Immer mehr Kirchenaustritte

dpa,kna

Von dpa & kna

Sa, 20. Juli 2019

Südwest

Schwund ist deutlich.

BONN/STUTTGART (dpa/KNA). Die großen christlichen Kirchen verlieren in Baden-Württemberg weiter deutlich an Mitgliedern. In den katholischen Bistümern Rottenburg-Stuttgart und Freiburg legte die Zahl der Austritte deutlich zu, wie aus Zahlen der Deutschen Bischofskonferenz hervorgeht. Insgesamt haben sich demnach mehr als 35 500 Menschen entschieden, der katholischen Kirche im Südwesten den Rücken zu kehren, weitere rund 37 500 starben. Dem stehen nur 357 Eintritte und etwas mehr als 26 500 Taufen gegenüber. Bis Ende 2018 gehörten noch etwa 3,64 Millionen Menschen in Baden-Württemberg der katholischen Kirche an (2017: 3,69 Millionen).

Auch die evangelische Kirche wird immer kleiner, wenngleich der Schwund nicht so rasant ist wie bei den Katholiken: In Württemberg stieg die Zahl der Austritte im Jahr 2018 auf etwas mehr als 19 000 (2017: rund 17 300). Ende 2018 zählte die württembergische Landeskirche noch fast zwei Millionen Mitglieder. In Baden entschieden sich mehr als 12 100 Protestanten für den Austritt (2017: 10 500), die Zahl der Gläubigen in der Landeskirche liegt dort bei rund 1,14 Millionen.

Insgesamt ist in Deutschland die Zahl der Kirchenmitglieder von 44,8 Millionen im Jahr 2017 auf 44,14 Millionen gesunken. Damit gehörten 53,2 Prozent der Bevölkerung der katholischen Kirche oder einer evangelischen Landeskirche an. Die Kirchen erklären den Rückgang mit der Alterung der Gesellschaft. Nach einer Studie des katholischen Bistums Essen sind die Hauptgründe für den Austritt aus der Kirche dagegen Kirchensteuer, Entfremdung oder fehlende Bindung zur Kirche, rückständige Haltung der Kirche, Glaubenszweifel, ein persönlich enttäuschendes Erlebnis und Skandale.