Diözesanrat

Klare Kante gegen rechts

Sigrun Rehm

Von Sigrun Rehm

So, 17. November 2019

Südwest

Mit Appellen gegen Rechtspopulismus und Antisemitismus und für eine geschlechtergerechte Kirche ist die zweitägige Herbstvollversammlung des Diözesanrats in der Erzdiözese Freiburg am Samstagmittag zu Ende gegangen. "Wir haben sehr offen und konstruktiv diskutiert und sind uns einig, dass wir unsere gesellschaftspolitische Verantwortung ernst nehmen wollen", sagte die Diözesanratsvorsitzende Martina Kastner gegenüber dem Sonntag. Der Diözesanrat ist die Vertretung der katholischen Laien in der Kirche.

Im Mittelpunkt der Vollversammlung, an der 75 von 91 berechtigten Frauen und Männern teilnahmen, standen die aktuellen Reformprozesse: Der gemeinsam mit den deutschen Bischöfen begonnene "Synodale Weg" stellt Pflichtzölibat, Sexualmoral, Machtfragen und die Rolle der Frauen in der Kirche auf den Prüfstand, im Zuge des "Pastoral 2030" sollen die 224 Seelsorgeeinheiten in der Erzdiözese auf 40 Pfarreien reduziert werden. Außerdem wurden drei Anträge verabschiedet. Der erste Antrag bekennt sich zur Aussage "Rassismus ist keine Meinung, sondern eine Verletzung der Menschenwürde" und verspricht "Klare Kante gegen Rechtspopulismus" zu zeigen. In einem weiteren Antrag positioniert sich der Diözesanrat "in Solidarität mit unseren jüdischen Schwestern und Brüdern im Glauben" gegen Antisemitismus. Zudem plädieren die Laien für eine geschlechtergerechte Kirche, die Frauen einen Zugang zur Priesterweihe und zu Leitungspositionen innerhalb der Kirche eröffnet. Für alle drei Anträge stimmte laut Kastner die überwältigende Mehrheit: "Darin zeigt sich unsere Sorge um die Menschenwürde, die wir nun als Appell an die Pfarrgemeinderäte weitergeben." Sigrun Rehm