Projekt im Aufbau

In Basel kann man sich bald die Geräte für den Großputz ausleihen

Julia Jacob

Von Julia Jacob

Mo, 18. November 2019 um 06:08 Uhr

Basel

Der Sonntag Geht es um den Großputz, kann es teuer werden. Und nach dem Einmalgebrauch verstauben die Geräte. In Basel hingegen kann man sich ab März 2020 die Sachen fürs Putzen leihen.

Noch ist das Projekt im Aufbau. Eine Crowdfunding-Kampagne auf der Internet-Plattform "Wemakeit", die bis zum 15. Dezember läuft, soll das nötige Startkapital einbringen. 12.000 Franken sind schon zugesagt, mit 15.000 will das Leihlager-Team starten. Dabei ist die Vorarbeit schon geleistet. Ein Raum ist gefunden und auch die ersten Materialspenden haben Meret Vischer, Noel Michel und Felix Elbert bereits in Empfang genommen: Stichsägen und Bohrmaschinen, Lichterketten, ein Zelt mit Schlafsack und Campingkocher, Sandwichmaker und Crêpes-Maschine. Auch eine komfortable Gästematratze ist schon eingelagert.

In Bern gibt es schon einen Leihladen

"Ich habe einfach festgestellt, dass ich einen Haufen Zeug zu Hause habe, das ich so gut wie nie brauche", erzählt Gründungsmitglied Noel Michel, was ihn dazu bewegt hat, darüber nachzudenken, ob es nicht sinnvoller wäre, Dinge auszuleihen, statt sie neu zu kaufen.

Die Sharing Economy, der Wirtschaftskreislauf, der auf Teilen statt auf Besitzen gründet, ist ein Trend, der immer mehr Menschen anspricht.

In Bern beispielsweise hat ein Leihladen 2018 eröffnet. Außerdem gibt es eine Reihe von Initiativen wie das Netzwerk "Pumpipumpe", bei dem Private an Private Dinge des täglichen Gebrauchs verleihen, im Prinzip so, wie wenn man beim Nachbarn den Rührbesen ausborgt. Nur eben etwas größer. Das Leihlager soll zu den bestehenden Angeboten aber keine Konkurrenz sein. Im Gegenteil. Meret Vischer und Noel Michel freuen sich, dass es immer mehr Möglichkeiten gibt, auf das Kaufen zu verzichten. "Das schafft ein Bewusstsein für den Umgang mit Ressourcen", sagt der gelernte Grafiker Noel Michel.

Spenden von Firmen und von privat

Damit das Leihlager auch ordentlich bestückt ist und damit zu einer echten Alternative zum Neukauf wird, hat das Gründungsteam Unternehmen angeschrieben und um Sachspenden gebeten. Und auch schon erste positive Rückmeldungen erhalten. Auch von Privatleuten nimmt das Lager gerne Spenden an. "Uns ist es aber wichtig, dass die Dinge, die man bei uns ausleihen kann, auch eine gewisse Qualität haben." Wenn eine Schleifmaschine nicht nur einmal alle fünf Jahre zum Einsatz kommt, ist Langlebigkeit eben ein Argument, das zählt.

Um das Projekt zu lancieren, hat sich das Leihladen-Team eine bunte Kampagne einfallen lassen. An der Basler Hochschule für Gestaltung ist ein Video entstanden. In roten Arbeitshosen präsentieren die Leihlager-Macher dort ihr Sortiment vor einem quietschgelben Hintergrund – so wie man Produktpräsentationen aus den Werbeprospekten der Discounter kennt. Das Video ist ein Hingucker, aber eben auch ein Statement und soll Lust machen auf einen anderen Blickwinkel, der lautet: "Nutzen statt Besitzen".

Der Bedarf ist groß

Was sich ihre künftigen Kunden wünschen, haben die Leihlager-Initianten auch schon in Erfahrung gebracht. Eine Umfrage unter 350 Baslern hat ergeben, dass der Bedarf vor allem an Werkzeugen und Gartengeräten groß ist. "Wir wollen besonders in diesen Sparten ein solides Grundsortiment aufbauen", sagt Noel Michel. Dazu kommen Küchengeräte, Putzzeug und Campingbedarf als weitere wichtige Zweige.

Alle Produkte werden in einem Online-Katalog erfasst, so dass Nutzer bequem von zu Hause aus nachschauen können, was es gibt. Wer vom Konzept überzeugt ist, kann eine Jahresmitgliedschaft erwerben. Für Frühbucher kostet diese jetzt noch 65 Franken, regulär soll sie um die 80 Franken kosten. Aber auch die einmalige Ausleihe ist möglich.
Crowdfunding

Wer das Leihlager unterstützen will, kann bei der Anschubfinanzierung helfen: www.wemakeit.com/projects/leihlager-2019. Infos zum Projekt finden sich auf www.leihlager.ch