Baden-Württemberg

Nach Angriff auf Hockenheims Oberbürgermeister fehlt vom Täter jede Spur

dpa/afp

Von dpa & afp

Mi, 17. Juli 2019 um 12:22 Uhr

Südwest

Der SPD-Politiker Dieter Gummer ist von einem Mann vor seinem Haus angegriffen und dabei schwer verletzt worden. Die Polizei fahndet nach dem Täter.

Nach dem Angriff auf den Hockenheimer Oberbürgermeister Dieter Gummer sucht die Polizei weiter nach dem Täter. Derzeit werde in alle Richtungen ermittelt, sagte eine Polizeisprecherin am Mittwochmorgen. Gummer war am Montagabend zu Hause in Böhl-Iggelheim in Rheinland-Pfalz attackiert worden. Er erlitt einen Kieferbruch und kam ins Krankenhaus.

Der etwa 40 Jahre alte Tatverdächtige verließ nach der Attacke zu Fuß den Tatort. Er wird als dunkelhäutig und schlank beschrieben. Laut Polizei sprach er Deutsch mit leichtem Akzent.

Der Angreifer hat laut Polizei am Wohnhaus des Kommunalpolitikers geklingelt. Als der 67-Jährige im Hof auf den Unbekannten traf, schlug dieser ihm unvermittelt mit der Faust ins Gesicht. Gummer verlor das Gleichgewicht, stürzte und schlug mit dem Kopf auf dem Boden auf. Der Polizei fehlte zunächst eine heiße Spur zum Täter. Dieser konnte nach dem Schlag unerkannt die Flucht ergreifen.

Dieter Gummer geht Ende August in den Ruhestand. Der SPD-Politiker ist seit 2004 Oberbürgermeister von Hockenheim (Rhein-Neckar-Kreis).

"Aus Worten werden Taten. Deshalb gilt auch hier: Wehret den Anfängen" Thomas Strobl
Derweil hat der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl (CDU) den Angriff auf Gummer verurteilt. "Gewalt ist immer und in jedem Fall absolut verabscheuungswürdig", sagte Strobl am Mittwoch. Das gelte besonders bei Menschen, die in der Gesellschaft Verantwortung tragen. Strobl warnte zudem vor eine Verrohung der Sprache: "Aus Worten werden Taten. Deshalb gilt auch hier: Wehret den Anfängen", sagte der CDU-Politiker.

Angriffe, Drohungen und Beleidigungen gegen Kommunalpolitiker hatten in den vergangenen Wochen erneut für eine Debatte in Deutschland gesorgt. Am 2. Juni war der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke vor seinem Haus erschossen worden. Der Generalbundesanwalt geht von einem rechtsextremen Hintergrund aus.