Vier Spitzenunis im Land

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Von dpa

Sa, 20. Juli 2019

Südwest

Baden-Württemberg liegt bei der Exzellenzstrategie vorne / Freude bei den Gewinnern.

BONN/STUTTGART (dpa). Baden-Württemberg ist künftig das Bundesland mit den meisten Spitzenuniversitäten: Vier Hochschulen von hier haben sich im bundesweiten Rennen um die Titel als "Exzellenzuniversitäten" durchgesetzt: die Universitäten Tübingen, Konstanz und Heidelberg sowie das Karlsruher Institut für Technologie.

Die Universitäten erhalten künftig eine Förderung von jährlich bis zu 15 Millionen Euro von Bund und Land. Die Universitäten Stuttgart und Freiburg konnten sich nicht durchsetzen. Bundesweit hatten 17 Unis und zwei Verbünde aus mehreren Hochschulen um die elf Plätze in der Auswahl konkurriert. Auf Baden-Württemberg folgen Bayern und Nordrhein-Westfalen mit jeweils zwei Spitzenuniversitäten sowie Sachsen, Berlin und Hamburg mit jeweils einer.

Die zuständige Landesministerin Theresia Bauer (Grüne) sieht den Wissenschaftsstandort Baden-Württemberg nun "bestens aufgestellt", wie sie am Freitag sagte: "Damit ist Baden-Württemberg Deutschlands Wissenschaftsstandort Nummer eins." Für Ministerpräsident Winfried Kretschmann haben die Titel vor allem langfristige Bedeutung: "Baden-Württemberg braucht starke Universitäten als Zentren in einem dichten Netz von Forschung und Innovation, Hochschulen und Unternehmen", sagte der Grünen-Politiker in Stuttgart: "Hier reifen unsere Talente, und hier werden entscheidende Impulse für die Zukunft gegeben."

Die Arbeitgeber sehen das ähnlich: "Das sehr gute Abschneiden Baden-Württembergs im Wettbewerb um die Exzellenzuniversitäten ist ein Meilenstein bei der nachhaltigen Stärkung unseres Innovations- und Wirtschaftsstandorts", sagte Stefan Küpper von den Arbeitgeberverbänden Baden-Württemberg.

Heidelberg hatte als Wackelkandidat gegolten

Drei der Unis, Heidelberg, Tübingen und Konstanz waren schon in der sogenannten Exzellenzinitiative, dem Vorgängerwettbewerb der Exzellenzstrategie, zu Spitzenunis gekürt worden und konnten den Titel nun verteidigen. "Mit diesem hart erkämpften Erfolg ist die Grundlage gelegt, um Tübingen dauerhaft in der kleinen Gruppe der weltweit besten Universitäten zu etablieren", sagte der Rektor der Universität in der Neckarstadt, Bernd Engler. Die Rektorin der Universität Konstanz, Kerstin Krieglstein, sieht den Grund für den Erfolg ihrer Hochschule in einer Kultur der Kreativität und des Miteinanders. Die Universität Heidelberg hatte zuletzt als Wackelkandidat gegolten. Die dortige Uniklinik war wegen eines umstrittenen Bluttests zur Erkennung von Brustkrebs in die Schlagzeilen geraten. Nach der erneuten Auswahl freute sich der Rektor der Ruperto Carola, Bernhard Eitel, über einen "großartigen und verdienten Erfolg". Der Präsident des neu hinzugekommenen Karlsruher Instituts für Technologie (KIT), Holger Hanselka, sprach von einem "beachtlichen Imagegewinn". Das KIT wolle exzellente Wissenschaftler sowie Studierende gewinnen und Kooperationen stärken.

Um auf Dauer Spitzenuniversität zu bleiben, müssen die ausgewählten Hochschulen sich in sieben Jahren einer Evaluation unterziehen, einer Bewertung, ob sie die in ihren Anträgen formulierten Ziele erreicht haben.

Im Vorfeld der Vergabe hatten Studenten die Exzellenzstrategie scharf kritisiert. In einer Mitteilung von Studentenvertretungen mehrerer Universitätsstädte, darunter Freiburg, Heidelberg und Tübingen, hieß es: "Einige Universitäten freuen sich über die zusätzlichen Mittel und den Titel, viele werden leer ausgehen". Es sei Zeit, diesem sinnlosen Wettbewerb ein Ende zu setzen.