Baden-Württemberg

Warum ist der Biber eigentlich so umstritten?

Stefan Hupka

Von Stefan Hupka

Do, 27. April 2017 um 00:00 Uhr

Südwest

BZ-Plus Er gräbt, bohrt und knabbert wie kein anderer Zeitgenosse, und jetzt spaltet er auch noch die Landespolitik: Warum ist der nette Biber eigentlich so umstritten?

Er treibt es gern im Verborgenen. Nachts, wenn alle schlafen, geht er ans Werk. Und am anderen Morgen hat er wieder neue Fakten geschaffen – ganz ohne behördliche Genehmigung. Was er tut, ist Sachbeschädigung, juristisch gesehen. Manchmal auch Verkehrsgefährdung. Das darf sonst keiner. Er schon, denn er steht unter Schutz. Der Gesetzgeber hält die Hand über ihn. Ob er das weiß? Wahrscheinlich ist es ihm egal. Gerade deshalb sind wohl manche so wütend auf ihn – den Biber.

"Am Anfang hat man gar nicht gewusst, dass er das war", sagt Robert Wolf. Der Landwirt mit dem freundlichen Schmunzeln im wettergegerbten Gesicht steht auf einer Wiese östlich von Pfohren und zeigt auf einen Bach. Da ist nichts Aufregendes zu erblicken. Gut, jemand könnte gelegentlich mal wieder aufräumen hier. Ein großer Haufen Geäst liegt am Ufer, armdicke Stämme fallen kreuz und quer, das Wasser plätschert um einen kleinen Damm herum, der sich im Bachbett gebildet hat, und weiter oben, hinter einem zweiten, staut es sich zu einem richtigen Becken. Alles ganz natürlich, fast idyllisch. Wo ist das Problem?

Das Problem kommt, wenn das Hochwasser kommt, sagt Wolf. Wenn wieder ein Starkregen niedergeht hier oben auf der Baar, dann schwillt der Weiherbach an, der mitten durchs Dorf zur Donau führt. Wenn das Geäst dann wieder das Sperrgitter am Ortseingang unter der kleinen Brücke verstopft, sucht der Bach sich einen anderen Weg, durch Straßen, Ställe und Keller. Und dann freut sich, glaubt Wolf, nur noch einer, der Biber – über Minimax: kleine Ursache, große Wirkung.

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