"Wissen soll nicht träge sein"

Wulf Rüskamp

Von Wulf Rüskamp

Mi, 11. November 2015

Südwest

BZ-Interview: Der Freiburger Mathematiker und Didaktiker Timo Leuders über den Kompetenzbegriff im neuen Bildungsplan.

FREIBURG. Die Arbeiten am neuen Bildungsplan sind nahezu abgeschlossen, die politische Aufregung hat sich gelegt. Doch in der Bildungswissenschaft gibt es Kritik an einem zentralen Begriff – dem der Kompetenzen, der für die Ökonomisierung von Bildung stehe. Wulf Rüskamp sprach darüber mit Timo Leuders, Professor für Mathematik und deren Didaktik an der Pädagogischen Hochschule in Freiburg, der die Diskussion um Kompetenzen seit mehr als zehn Jahren kennt und am Bildungsplan mitgeschrieben hat.

BZ: Herr Leuders, ersetzen Kompetenzen Bildung?

Leuders: Das wird immer laut behauptet. Doch hinter diesen Begriffen stehen zwei Konzepte, die zwingend zusammengehören. Kompetenzen sind überhaupt kein Widerspruch zur Bildung. Kompetenzen spezifizieren bestimmte Aspekte von Bildung. Der Bildungsplan versucht mit Hilfe von Kompetenzbenennungen nur zu konkretisieren, was es heißt, ein Schüler habe ein bestimmtes Bildungsniveau erreicht.

BZ: Kritiker der Kompetenz in der Bildung sagen: Da kommen nur Methoden vor, keine Inhalte, kein Wissen.

Leuders: Dagegen ist zu sagen: Nur weil man bestimmte Inhalte in der Schule behandelt hat, ist man noch nicht gebildet. Lehrpläne, wie sie vor 15 Jahren galten, haben alle diese Inhalte genau aufgezählt. Deshalb waren die Schüler etwa in der Mathematik nicht gebildeter. Sie ...

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