Swing im Stile Benny Goodmans

Thomas Loisl Mink

Von Thomas Loisl Mink

Mo, 30. September 2019

Lörrach

Goodmänner im Jazztone/Bemerkenswerte Konzerte im Programm.

LÖRRACH. Feinen kammermusikalischen Swing gab es am Freitagabend beim zweiten Konzert der neuen Saison im Jazztone. Ein Quartett um den Klarinettisten Stefan Koschitzki widmete den Abend der Musik von Benny Goodman. Folgerichtig nennt sich die Stuttgarter Band auch Die Goodmänner.

Dass Benny Goodman, der als Bigband-Leader ganz maßgeblichen Anteil daran hatte, dass der Swing in den 1930er und 40er Jahren zur beherrschenden populären Musik werden konnte, auch ein Trio, dann ein Quartett hatte, ist heute nur noch Jazzkennern geläufig. Gene Krupa spielte Schlagzeug, Teddy Wilson Piano, und weil Wilson den Bass am Klavier spielte, war ein Bass gar nicht mehr nötig. Lionel Hampton kam schließlich als vierter Mann mit seinem Vibraphon dazu. Benny Goodmans Instrument war bekanntlich die Klarinette.

Dieser Musik spürte das Quartett im Jazztone nach, allerdings mit Bass statt Vibraphon, und es inszenierte sie sehr detailverliebt und mit sehr viel Gefühl und großem Können. Eigentlich wollten sie ganz unverstärkt spielen, verriet Bandleader Hans Fickelscher, was aber wegen der schwierigen Akustik im zweistöckigen Jazztone nicht möglich war. Trotzdem gelang eine kammermusikalische Atmosphäre Das Quartett brachte sehr gelungen das Fröhliche und Tanzbare des Swing zur Geltung, wobei auch die Balladen nicht zu kurz kamen. Dabei legte die Band den Schwerpunkt auf Songs, die schon für Goodman große Hits waren, wie "Don’t be that way", "Air Mail Special", "Moonglow", "Stompin’ at the Savoy", "Bei mir bis du schön" oder "Body & Soul", der meistgespielte von allen Jazzstandards.

Stefan Koschitzki spielte sehr virtuos und mit einem klaren und reinen Ton die Klarinette und erzeugte damit das charakteristische Swing-Feeling. Ein bemerkenswerter Virtuose war Thilo Wagner am Klavier, der mit ganz glänzenden Soli brillierte. Hans Fickelscher gelang es, das Schlagzeug federleicht und angenehm unaufdringlich zu spielen, er zeigte mitunter aber auch, dass er ganz schön loslegen kann. Innig und mit viel Feeling spielte Markus Bodenseh den Bass, der leider akustisch an manchen Stellen ein bisschen unterging.

Programm: Die Sängerin Masha Bijlsma und das Bart van Lier Quintet hatten eine Woche zuvor die neue Jazztone-Saison eröffnet mit einem Konzert, das auf große Resonanz und einen vollen Club stieß. Bemerkenswerte Konzerte stehen auch in den kommenden Wochen wieder auf dem Jazztone-Programm. Am 11. Oktober kommt das brasilianische Quartett Sambop des Gitarristen Paulo Morello. Die Gruppe spielt eine Fusion aus brasilianischer Musik und amerikanischem Jazz. Am 18. Oktober sind European Sixx angesagt. Der Würzburger Gitarrist Michael Arlt hat sich ein europäisches Star-Ensemble zusammen gestellt, unter anderem mit dem aus Seelbach bei Lahr stammenden und in Mannheim als Jazzprofessor lehrenden Trompeter Stephan Zimmermann. The Art Of Duo pflegen am 25. Oktober der junge Pianist Benyamin Nuss und sein Vater, der Posaunist Ludwig Nuss. Gitarrist Christian Dietkron und Drummer Uli Niedermüller, die früher die Reihe Jazz im Foyer im Burghof verantworteten, widmen sich in einem Werkstattkonzert am 8. November den Traditionen des Jazz und präsentieren den Geiger Adam Taubitz. Mitte November gibt es einen Bigband-Block: Am 15. November spielt das Swiss Jazz Orchestra, am 22. November folgt die Jazztone-Hausband Big Sound Orchestra mit dem dem aus Emmendingen stammenden Gitarristen Johannes Maikranz. Das Italian Organ Trio am 6. Dezember und das Martin Keller Quintet am 13. Dezember runden das Herbstprogramm ab.