Tagespflege ergänzt Angebot

Rolf Reißmann

Von Rolf Reißmann

Fr, 20. September 2019

Schwörstadt

Gemeinderat berät Kooperation mit Familienzentrum, das Tageseltern ausbildet.

SCHWÖRSTADT. In Schwörstadt reichen die vorhandenen Kinderkrippenplätze nicht aus, deshalb sollen sie erweitert werden. Kommunen sind aber auch verpflichtet, Vielfalt bei der Kinderbetreuung anzubieten. Dazu gehören die Tagesmütter, in der Fachsprache als Tagespflege bezeichnet. Der Gemeinderat hat dazu in seiner Sitzung am Mittwochabend einem Kooperationsvertrag mit dem Familienzentrum Rheinfelden einstimmig zugestimmt.

Das Konzept
Geschäftsführerin Birgitt Kiefer erläuterte, in welcher Weise Tagesmütter gefördert werden können. Wer diese Kinderbetreuung anbieten möchte, benötigt dafür eine Ausbildung mit 160 Unterrichtseinheiten. Dabei wird unter anderem Erste Hilfe am Kind gelehrt, aber auch ein Führungszeugnis und eine ärztliche Bestätigung gehören zu den Voraussetzungen. Neben diesen Kursen gestaltet das Familienzentrum die erforderliche jährliche Weiterbildung. Derzeit betreut es 42 Tagespflegepersonen. Aus der Erfahrung heraus kann es auch gute Empfehlungen für Neueinsteiger geben, unter anderem zur Raumfrage und zur Gestaltung der Tagesabläufe.

In Schwörstadt arbeiten derzeit sechs Tagespflegerinnen, sie betreuen 17 Kinder, neun davon aus der Gemeinde. "Der Vorzug der Tagespflege liegt in der sehr individuellen Gestaltung", so Kiefer. "So können vielfach andere Betreuungszeiten als in einer großen Einrichtung angeboten werden, zum Beispiel für Eltern, die abend arbeiten."

Die Finanzierung
Die Gemeinderäte berieten über die Finanzierung der Kooperation. Da Tagesmütter nur 6,50 Euro pro Kind und Stunde von der wirtschaftlichen Jugendhilfe im Landratsamt erhalten, zahlen die meisten Gemeinden einen Aufschlag von zwei Euro. Wie hoch dann letztlich der weitere Beitrag ist, den die Eltern zu zahlen haben, bestimmen die Tagespflegerinnen selbst. Sie sind selbständige Gewerbetreibende, die alle Leistungen wie ihre Sozialversicherungsbeiträge und Qualifikationskosten sowie die Ausstattung der Räume selbst tragen müssen.

In ihrer Kalkulation geht die Gemeindeverwaltung von 27,5 Stunden Betreuung pro Kind in der Woche aus und erwartet ab Oktober ein weiteres Kind, so dass dann zehn in der Tagespflege wären. Die steigende Nachfrage lässt die Kalkulation realistisch erscheinen. Allein für das letzte Quartal diese Jahres sind so für die Gemeinde 10 600 Euro an Ausgaben zu erwarten, für 2020 insgesamt 40 000 Euro. Der Kooperationsvertrag soll zunächst zwei Jahre lang gelten, das Familienzentrum übernimmt in dieser Zeit die Vermittlung und Qualifikation von Tagesmüttern. "Für die Gemeinde erhoffen wir eine spürbare Entlastung der angespannten Situation in der Kinderbetreuung," sagte Bürgermeisterin Christine Trautwein-Domschat.