Teamführung übers Telefon, via E-Mail und auch "über den Zaun"

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Di, 05. Mai 2020

Mountainbike

Andrea Gutmann vom Breitnauer Mountainbike-Team im Gespräch mit ihren Sportlern, die derzeit alle individuell trainieren und versuchen, motiviert zu bleiben.

BREITNAU. Andrea Gutmann hat mit viel Leidenschaft und Herzblut ein Mountainbike-Rennteam in Breitnau aufgebaut, das sich seit dieser Saison "B&W Bike Cases Merida-Team" nennt. Die Corona-Pandemie hat die Kommunikation und Koordination der Aktivitäten erheblich erschwert, nichtsdestotrotz hält die Rennstallchefin mit den Fahrerinnen und Fahrern den Kontakt über Telefon, Whatsapp, E-Mail und manchmal auch "über den Zaun" aufrecht. Hier ein Auszug aus den täglichen Gesprächen.

Gutmann: Hallo Finja, wie motivierst Du Dich in diesen schwierigen Zeiten fürs Mountainbiken?
Finja Faller: Im Frühjahr habe ich schon sehr viel Energie und Kraft in meine jetzige Form gesteckt und möchte diese auf keinen Fall verlieren. Außerdem motiviert mich das schöne Wetter und es macht mir einfach Spaß zu trainieren. Außerdem tut es sehr gut, in dieser Zeit frische Luft zu schnappen und den Kopf freizubekommen.
Gutmann: Alle Rennen wurden bis auf weiteres abgesagt. Ist das nicht frustrierend?
Finja Faller: Auch wenn jetzt keine Rennen stattfinden, macht es mir trotzdem unglaublich viel Spaß, biken zu gehen. Das ist ein guter Ausgleich zu den Schulaufgaben. Ich hoffe einfach, dass in dieser Saison noch ein paar Wettkämpfe stattfinden, denn ich freue mich schon sehr, für unser Team an den Start gehen zu können.

Gutmann: Hi Marius, erstmal möchte ich Dir ganz herzlich nachträglich zum Geburtstag gratulieren. Es war bestimmt schwierig für Dich, den Anlass aufgrund der Kontaktbeschränkungen nur in einem kleinen Rahmen zu feiern?
Marius Kottal: Hallo Mama. Ja, das war schon sehr schade, dass wir nicht alle zusammen feiern konnten, aber das holen wir nach, wenn diese schreckliche Epidemie vorbei ist. Das superschöne Wetter der vergangenen Tage und ganz besonders den Geburtstag habe ich mit meiner Freundin Hannah genossen. Wir unternehmen schöne Touren mit unseren Bikes und haben jede Menge Spaß zusammen an der frischen Luft und in unserer wunderschönen Natur.

Gutmann: Wie motivierst Du Dich, um Deine Form zu erhalten?
Marius Kottal: Das schöne Wetter, an der frischen Luft zu sein und dabei den Kopf freizubekommen, das alles motiviert mich schon sehr fürs Mountainbiken. Radfahren macht super viel Spaß. Man erlebt viele schöne Momente, hat unvergessliche Erlebnisse in der Natur und führt auch immer wieder gute Gespräche.
Gutmann: Wie ist es denn für Dich, dass alle Rennen bis auf weiteres abgesagt wurden?
Marius Kottal: Dass momentan keine Rennen sind, ist für mich okay. Klar ist es schade, da man sich den ganzen Winter schon auf die kommende Saison gefreut hat. Es wird ganz sicher wieder Rennen geben, ob dieses oder nächstes Jahr, wir werden sehen.

Gutmann: Hi Simon. Es ist in dieser Corona-Zeit nicht ganz einfach, immer wieder zu trainieren. Gelingt Dir das?
Simon Gutmann: Hallo Mama. Mir fällt es schon ziemlich schwer, motiviert zu bleiben, da ich mein Trainingspensum seit Oktober des vergangenen Jahres stark angezogen und den Winter über sehr viel investiert habe. Ich bin froh, dass ich im Februar schon ein UCI-Rennen in der Türkei bestreiten konnte und dort auch eine sehr positive Entwicklung meiner Formkurve erkennbar war.

Gutmann: Gibt es für Dich Alternativen zum Biketraining?

Simon Gutmann: Ja, ich bin da sehr erfinderisch. Momentan steht wieder viel Basic-Training bei mir auf dem Programm, eher längere Einheiten und intensives Krafttraining. Ich versuche aber auch, viele Variationen in mein Training zu bringen, ich gehe recht häufig joggen.

Gutmann: Was beschäftigt Dich zurzeit neben dem Sport?

Simon Gutmann: Da hat sich für mich durch die Pandemie nicht viel für geändert. Nach wie vor arbeite ich und hoffe, dass ich bis Oktober meinen Bachelor unter Dach und Fach bekomme. Dazu habe ich noch angefangen, etwas Italienisch zu lernen und ich versuche, viel in der Natur zu sein.

Gutmann: Hallo Heiko. Wie kommst Du mit dem Training in diesen sehr speziellen Zeiten klar?
Heiko Hog: Hi Andrea. Das ist von Tag zu Tag unterschiedlich. Mal macht man sich ein bisschen Hoffnung aufgrund der Nachrichten und man denkt, die Rennen sind nicht mehr weit entfernt und dann gibt es wieder Szenarien, die davon ausgehen, dass vor September kein MTB-Wettkampf stattfinden wird. Ich hole mir gerne die Motivation aus meinen Trainingsplänen.

Gutmann: Welche Alternativen zum Biketraining nutzt Du?
Heiko Hog: Klar habe ich einige Alternativen, auch wenn es zurzeit nichts Schöneres gibt, als bei diesem Wetter draußen zu biken. Joggen, Stabilisations- und Krafttraining gehören immer zum Trainingsprogramm mit dazu.

Gutmann: Hallo Jeremy, Du bist sicher auch fleißig am Trainieren. Wie steht es um Deine Motivation?
Jeremy Steiner: Hi Andrea, momentan ist das eine Ausnahmesituation, die wir so noch nie hatten. Manchmal ist es ein bisschen schwer, die Motivation zu halten. Die viele Zeit, die wir jetzt zur Verfügung haben, nutze ich für mein Grundlagentraining, ich fahre momentan allerdings meistens allein. Normalerweise würde ich die ruhigen, langen Ausfahrten mit Freunden, dem Team oder Vereinskollegen machen. Ich fahre viel auf Trails, um den Spaß nicht zu verlieren.
Gutmann: Und wie sieht es derzeit mit der Schule bei Dir aus?
Jeremy Steiner: Dort bekommen wir momentan viele Aufgaben, aber der Sport ist für mich Ausgleich. Wichtig sind für mich auch die Einheiten zur spezifischen Wettkampfausdauer und die Stabilisationsübungen. Ein Highlight wäre in dieser Saison mit Finja und Jakob (Anm. der Red.: Niemeyer) an der Europameisterschaft in Pila in Italien teilnehmen zu dürfen. Ich hoffe sehr, dass sie stattfindet. Ich freue mich auf die Wettkämpfe, um richtig durchstarten zu können.