Coronavirus

Teenie in häuslicher Isolation

Ilana Risto, Klasse 8c, Max-Planck-Gymnasium

Von Ilana Risto, Klasse 8c, Max-Planck-Gymnasium (Lahr)

Mo, 03. August 2020 um 16:38 Uhr

Schülertexte

Corona-Ferien sind blöd. Noch dazu, wenn man krank wird. Ein Bericht von Ilana Risto aus der Klasse 8c des Max-Planck-Gymnasiums in Lahr übers Daheimbleiben-Müssen.

"Yeah, wie cool!", sagen meine Freundinnen, die an eine andere Schule gehen, "14 Tage keine Schule, Hammer!" Doch mir ist eigentlich gleich klar, dass das natürlich noch viel mehr bedeutet: kein Training und noch wichtiger, ich darf mich nicht mit Freunden treffen, obwohl für die nächsten Wochenenden zwei Geburtstagspartys anstehen. Also, häusliche Isolation ist zum Kotzen und mega langweilig. Die ersten paar Tage hält man sich mit Netflix & Co auf und vertreibt sich so ein wenig die Langweile. Doch schon nach paar Tagen ist man vom Handy oder Fernsehen gelangweilt. Ich weiß nicht mehr, wie ich mich beschäftigen soll, doch ab dem Moment bemerke ich, dass die Schule eigentlich doch nicht so ätzend ist, denn man sieht dort seine Freunde und der Unterrichtsstoff wird vom Lehrer erklärt, und jetzt ist man ganz alleine auf sich gestellt, diese Aufgaben oder den neuen Stoff selber zu machen und zu lernen, auch wenn man es nicht versteht. Ich vermisse es, in die Schule zu gehen, obwohl ich es hasse immer morgens so früh aufzustehen.

Also erste Party verpasst und das Wochenende bei glücklicherweise schlechtem Wetter im Bett verbracht. Die neue Woche startet dann auch noch unglücklich: Die ersten Symptome machen sich bemerkbar. Ich bekomme Fieber, Halsschmerzen, Schüttelfrost und Husten, also all die Symptome, die bei einer Coronavirus-Infektion auftauchen, aber auch die Ansteckung bei meinen erkälteten Brüdern wäre möglich. Ausschließen können wir das Coronavirus allerdings nicht.
Wie von meinem Kinderarzt empfohlen, müssen wir uns aus gegebenem Anlass beim Gesundheitsamt melden. Gesagt, getan. Sie raten uns für einen Test vorbeizukommen, um eine Ansteckung zu überprüfen. Also bekommen wir einen Termin am Mittwoch um 18.20 Uhr und das wird ein ziemlich skurriles Erlebnis.
Der Herr am Telefon gibt meiner Mutter den Standort, wo der Test durchgeführt werden soll, durch, und bittet darum, diese Adresse an keine dritte Person weiterzugeben, aus Angst vor dem Erscheinen der Presse oder möglichem Andrang – also topsecret!

Mit etwas Verspätung geht es los: Adresse in Googlemaps eingeben und durch Offenburg fahren. Am vereinbarten Treffpunkt gibt es eine Regelung, die sagt, ich müsse als Patient hinten im Auto sitzen und alle Insassen müssten ebenfalls im Auto sitzen bleiben. Also kommen meine Mutter und ich (hinten sitzend) auf dem Parkplatz an. Unter dem Dach eines – so scheint es mir – verlassenen Gebäudes steht ein Tisch mit Dingen, die ich nicht erkennen kann, aber ich vermute, dass es sich um medizinische Instrumente und Bögen zum Ausfüllen oder Durchlesen handelt. Es sind drei Personen anwesend: eine Frau in ganz normaler Zivilkleidung und ein Mann (ich nehme an, ein Arzt) in kompletter Montur, also Handschuhen bis zu den Ellenbogen, Mundschutz, der das halbe Gesicht überdeckte, Schutzbrille und Kittel. Der andere Mann, der ebenfalls da ist, ist plötzlich nicht mehr zu sehen und nicht wichtig.

Der Arzt kommt zu meinem Fenster mit einem Wattestäbchen. Er erklärt mir, dass ich den Mund ganz weit aufmachen und A sagen soll, damit er das lange Wattestäbchen in meinem Mund bis zum Rachen hineinschieben kann. Ich tue, was er sagt, doch der erste Versuch scheitert, weil ich mich nicht wirklich vorbereitet habe. Beim zweiten Mal klappt es (schmerzhaft). Er entnimmt eine Speichelprobe aus meinem Rachen, legt das Stäbchen in einen Behälter und geht. Nachdem wir fertig sind, fahren wir wieder nach Hause.
Auf dem Rückweg tut mein Hals- und Rachenbereich sehr weh, was wir dann aber durch ein Eis kühlen.
Am Freitag, den 13. kommt das Testergebnis: Negativ!!!
Dann erreicht uns aber doch noch eine schlechte Nachricht: Schulschließung für die nächsten fünf Wochen, auch Corona-Ferien genannt.

Mal schauen, ob meine Freundinnen sich immer noch freuen, jetzt ihren Schulstoff und ihre Hausaufgaben alleine zuhause zu machen. Viel Spaß euch und bleibt gesund. Euer Teenie in häuslicher Isolation.