Tennis

Der TC BW Oberweier verliert 4:5 gegen starke Würzburger

Wolfram Köhli

Von Wolfram Köhli

Mo, 15. Juli 2019 um 09:47 Uhr

Tennis

In Oberweier stellt sich ein professioneller Gegner aus Mainfranken vor. Dort hatte auch Bastian Bross einen beachtenswerten Auftritt.

Im Auftaktspiel der 2. Tennis-Bundesliga Süd verlor der TC BW Oberweier mit 4:5 gegen den TC BW Würzburg. Ein klein wenig Spannung kam nach dem 2:4 nach den Doppeln noch auf. Gegen einen stark aufgestellten Gast aus Mainfranken hatten die Oberweierer am Sonntag nur Außenseiterchancen. So erscheint das Resultat versöhnlicher als es anfangs erwartet wurde.

Die Kulisse an der Palmengasse erlebte die Begegnung zweier Tenniswelten. Hier Tennis in der Region, für die Region. Dort ein Ensemble ausländischer Spitzenspieler, von einem potenten Sponsor ins Würzburger Team gepackt. Die Gäste in ihren pinken Hemden hinterließen bereits bei der Vorstellung nicht nur bei den rund 300 Zuschauern Eindruck. Allesamt waren sie in der Weltrangliste zwischen Position 300 und 600 eingeordnet. Für jedermann nachvollziehbar wurde dieser Unterschied im Spitzenspiel. Der Belgier Omar Salman, der für den TC BW Oberweier servierte, hat vor einem Jahr mit dem Profitennis aufgehört. Er arbeitet im spanischen Alicante bei einer Tennisagentur im Sparringsbereich. Mit Viktor Durasovic traf er auf die aktuelle 356 der Welt. Das 1:6, 1:6 war die logische Konsequenz der Papierform der beiden Kontrahenten.

Allein die Aufstellung der Würzburger sorgte für Respekt. Oberweiers Sportchef Oliver Killeweit hatte mit weniger professionellen Aufschlägern beim Gast gerechnet. "Das wird sehr schwer", sagte er und erlebte auf der Bank von André Kracman wie recht er mit seiner Prognose haben sollte. Seit 2005 greift der Slowene für Oberweier ins Spiel ein. Seiner beeindruckenden Bilanz fügte er am Sonntag ein weiteres Kapitel hinzu. Mit dem 10:7-Erfolg im Match-Tiebreak revanchierte es sich gegen Filip Bergevi für die Niederlage aus der Vorsaison, damals ebenfalls im Entscheidungssatz. Es war der einzige Punkt aus der ersten Runde für die Gastgeber. In den Einzeln sollte nur noch ein weiterer Zähler hinzukommen. Diesen verdiente sich Ryan Peniston. Der Brite lag nach verlorenem ersten Satz in Durchgang zwei 0:4 zurück. Sechs gewonnene Spiele in Serie sorgten für den Satzausgleich; das 10:6 im Match-Tiebreak für Spannung vor den Doppeln, da die Gastgeber nur mit 2:4 zurück lagen.

Den von der reinen Papierform her zu erwartenden einseitigen Sandplatz-Duellen stellten sich die restlichen Oberweierer mit beachtenswerter Spielfreude entgegen. Bei Paul Wörner war der Längenvorteil seines Gegenübers beeindruckend. Dessen Spiel indes war nicht von erwartet hoher Qualität geprägt. Nicht so, dass sich das schnelle 2:6 erklärte. Der Oberkircher fand keinen Rhythmus in seinen eigenen Aktionen, wirkte zu passiv. "Was soll ich machen", fragte er mit hilflosem Blick den Vater beim 2:5 im ersten Satz. Eine Antwort gab es nicht. Er fand den Weg durch etwas entschlossenere Aktionen, glich mit einem 6:2 aus. Allein im Match-Tiebreak ließ er im Glauben an die eigenen Fähigkeiten und seinen schnellen Armzug geringfügig nach. Die Entscheidung.

Das variable Spiel von Adrian Obert zahlte sich aus

Was müssen Rackets aushalten? Diese Frage stellten sich die Zuschauer bei Paul Wörner und bei Adrian Obert. Letzterer haderte nach einer imponierenden Aufholjagd im ersten Satz mit dem Spielgerät. Das variable Spiel von Adrian Obert zahlte sich aus. Zwei Satzbälle hatte er und musste hernach dem Gegner gratulieren. Bei der bislang letzten Begegnung der beiden hatte der Lahrer noch gewonnen. Nun sprach er selbstkritisch davon, etwas mehr Länge in seinem Spiel hätte wohl geholfen. Eine spieltaktische Umstellung habe Adrian Obert noch nicht so automatisiert, dass er das Niveau der jüngeren Vergangenheit wieder erreichte.

Angesichts der Dominanz des Gegners am Sonntag war dies kein Beinbruch. Das galt auch für das Geburtstagskind Bastian Bross. Der hatte an seinem 24. Geburtstag den stabilen Rückhalt der Familie und seiner Freunde zu einem beachtenswerten Auftritt genutzt. Dabei gab es für den Kinderkrankenpfleger aus Waldkirch eine neue Erfahrung, obwohl er seit Kindesbeinen Tennis spielt. Wie sollte es anders sein, bei einem Opa, der einer der Gründungsväter des TC Kollnau war, bei einem Vater, der im Verein mitarbeitet. "Ich wurde reingetragen", erzählte Bross von seinem Zugang zum Tennisspiel. So kam er auch nach Oberweier.

Im Breisgau war es schwer, Trainingspartner zu finden. Über den damaligen Stützpunkttrainer Oliver Killeweit fand er nicht nur Gegner, sondern auch eine starke sportliche Entwicklung. Und sein Einsatz am Geburtstag – Geschenk oder Verdienst? "Von beidem etwas", urteilte Bross, der erstmals in seinem Tennisleben während eines Matsches mit neuen Tennisbällen spielen musste. Nach elf Spielen werden die gelben Filzkugeln erneuert. "Da wurde alles wieder ziemlich schnell", berichtete er und gestand, "bei mir war erstmal keine richtige Kontrolle mehr da." Mit seiner Leistung beim 4:6 und 0:6 war er zufrieden, mit dem Resultat nicht. "So deutlich war das Spiel nicht."

Das zarte Pflänzchen der Hoffnung ging recht früh ein

Das zarte Pflänzchen der Hoffnung auf einen Überraschungscoup in den Doppeln ging recht früh ein. Ryan Peniston und Philipp Bauer konnten nach ausgeglichenem ersten Satz dem Druck von Gustav Hansson und Filip Bergevi nicht mehr die Stirn bieten. Dies bedeutet den Siegpunkt der Gäste. Gut für die Moral und das finale Ergebnis waren die weiteren zwei Doppelerfolge des TC BW Oberweier, die jeweils nach dem Match-Tiebreak zustande kamen.

Kompakt: Salman – Durasovic 1:6, 1:6; Wörner – Jomby 2:6, 6:2, 7:10; Peniston – Toledo Bague 5:7, 6:4, 10:6; Obert – Bortolotti 6:7, 4:6; Bross – Hansson 4:6, 0:6; Kracman – Bergevi 3:6, 7:5, 10:6; Salman/Kracman – Durasovic/Jomby 6:7, 6:3, 10:5; Wörner/Obert – Toledo Bague/Bortolotti 6:3, 1:6, 10:6; Peniston/Bauer – Hansson/Bergevi 4:6, 2:6.