Unter den besten Acht der Welt

dpa

Von dpa

Sa, 09. November 2019

Tennis

Alexander Zverev spielt bei den ATP-Finals gegen Rafael Nadal.

LONDON (dpa). In London beginnen an diesem Wochenende die ATP-Finals der besten acht Tennisprofis der Saison. Alexander Zverev trifft erst am Montag in der Hauptstadt Großbritanniens auf den Weltranglisten-Ersten Rafael Nadal. Am Eröffnungstag bekommen die Fans Roger Federer, Novak Djokovic und einen Debütanten zu sehen.

Mit einem spektakulären Fußball-Abend beim FC Chelsea an der Stamford Bridge hat sich Alexander Zverev auf das Finale seines Tennis-Jahres eingestimmt. Mehr Zerstreuung und Freizeit als den Stadionbesuch beim 4:4 gegen Ajax Amsterdam in der Champions League gönnte sich der Titelverteidiger in der Woche vor den ATP-Finals der besten acht Profis der Saison aber nicht.

Ein paar Sponsorentermine, drei Foto-Shootings – ansonsten galt die ganze Konzentration des 22 Jahre alten Hamburgers dem am Sonntag beginnenden Saisonabschluss-Spektakel in London und seinem ersten Gruppenspiel gegen den zuletzt angeschlagenen Weltranglisten-Ersten Rafael Nadal aus Spanien am Montag (21 Uhr MEZ/Sky).

Rafael Nadal war zuletzt angeschlagen

"Gleich im ersten Match gegen Nadal zu spielen, ist natürlich etwas ganz Besonderes", sagte Zverev am Freitag vor einer nachmittäglichen Doppelschicht auf dem Trainingsplatz mit Rekordsieger Roger Federer aus der Schweiz. Wenn sich die besten acht Spieler der Saison in der kommenden Woche in zwei Gruppen messen, gibt es keine lockere erste Runde, kein Freilos, keine namenlosen Qualifikanten als Gegner. "Gegen die Nummer eins der Welt im ersten Match, die acht Besten des Jahres versammelt, das sagt alles", unterstrich Zverev die immense Schwierigkeit seines Vorhabens, den Triumph aus dem Jahr 2018 zu wiederholen. Es sei eine "unglaubliche Ehre", sich mit den Besten messen zu dürfen, erklärte der deutsche Hoffnungsträger seines Sports. Am Ende eines Jahres, die er in den Katakomben der imposanten O-2-Arena im Osten der britischen Hauptstadt als "schwieriges Jahr generell, vor allem aber im Leben außerhalb des Platzes" bezeichnete, bekommt es Zverev in seiner Gruppe zudem mit den beiden Debütanten Stefanos Tsitsipas (Griechenland) und Daniil Medwedew zu tun. Der 23 Jahre alte Russe ist mittlerweile die Nummer vier der Welt, stand bei seinen jüngsten sieben Turnieren sechs Mal im Finale und deklassierte Zverev zuletzt beim Endspiel in Schanghai klar. "Ich glaube, ich habe mir die etwas schwierigere Gruppe gelost", sagte Zverev schmunzelnd – was angesichts der am Sonntag spielenden anderen Gruppe mit dem Schweizer Federer, Novak Djokovic (Serbien), Sandplatz-Spezialist Dominic Thiem (Österreich) und dem dritten Debütanten Matteo Berrettini (Italien) sogar zutreffen könnte. Berrettini war es auch, der mit seinem frühen Scheitern beim Masters-Series-Turnier in Paris die letzten Zweifel an Zverevs Teilnahme beseitigte. "Ich habe schon gedacht, dass ich es am Ende des Tages schaffe", sagte Zverev – räumte aber ein, dass er nach den US Open auch zweifelte und Alternativszenarien überdachte.

"Da habe ich zu meinem Team gesagt: Wenn Asien nicht gut läuft, beende ich die Saison und fahre in den Urlaub", verriet der Weltranglisten-Siebte, dem in dieser Saison vor allem ein Streit mit seinem langjährigen Manager und die Trennung von Trainer Ivan Lendl zu schaffen machte. Doch mit einem Halbfinale in Peking (gegen Tsitsipas) und dem Endspiel in Schanghai schlug das Formbarometer wieder in die richtige Richtung aus. Und so wirkt Zverev pünktlich zum Saisonfinale angriffslustig und voller Zuversicht.

In London ebenfalls dabei sind Kevin Krawietz/Andreas Mies. Die deutschen Spieler hatten in diesem Jahr sensationell bei den French Open in Paris den Titel im Doppel gewonnen.