Ben Kingsleys deutsche Stimme

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Von dpa

Sa, 22. Juni 2019

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Zum Tod des österreichischen Schauspielers Peter Matic.

Er lieh Gandhi im gleichnamigen Filmepos seine Stimme, verkörperte am Wiener Burgtheater 85 Rollen: Peter Matic stand sechs Jahrzehnte auf Theaterbühnen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, wurde zudem als Synchronsprecher des britischen Schauspielers Ben Kingsley (75, "Gandhi", "Schindlers Liste") bekannt. Am Dienstag wollte er sich mit einer Rolle im Stück "Liebesgeschichten und Heiratssachen" vom Wiener Burgtheater verabschieden. Nun ist Matic wenige Tage zuvor im Alter von 82 Jahren gestorben.

Das Theater war zuletzt die künstlerische Heimat des Österreichers, der am 24. März 1937 in Wien geboren wurde. Begonnen hatte seine Karriere nach der Schauspielausbildung (1960 bis 1968) aber am Wiener Theater in der Josefstadt, später stand er unter anderem auf den Bühnen der Münchner Kammerspiele und des Berliner Schillertheaters. Die Zeit am Schillertheater – insgesamt waren es 22 Jahre – nannte er einmal "das Filetstück meines Lebens". Dort spielte Matic im "Hauptmann von Köpenick" genauso wie in Arthur Millers "Hexenjagd", erst nach 50 Rollen war Schluss.

Es folgte der Wechsel ans Burgtheater, wo er 1993 in der österreichischen Erstaufführung des Stücks "Kroatischer Faust" erstmals auf der Bühne stand. Ab 1994 gehörte Matic dann dem Ensemble an. Seit den 1960er Jahren war er in fast 100 TV-Produktionen zu sehen.

Ein weiteres Feld erschloss sich Matic als Synchronsprecher und Vorleser von drei Dutzend Hörbüchern. Für seine Lesung von Marcel Prousts "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" – das Werk hat mehrere tausend Seiten – erhielt er den Preis der Deutschen Schallplattenkritik. Dass er auch Humor besaß, bewies er mit einem späteren Kommentar zu diesem Werk: "Ich bin wohl der Einzige, der beweisen kann, dass er alle sieben Bände gelesen hat."

Vor allem in Erinnerung bleiben wird Matic als deutsche Stimme des britischen Schauspielers Ben Kingsley, dem er über Jahrzehnte seine Stimme lieh und damit auch an Erfolgen wie "Gandhi", "Schindlers Liste" und "Elegy" beteiligt war.