Schattenrisse im Wind - Tschechows „Möwe“ in Basel

Martin Halter

Von Martin Halter

Mo, 23. September 2013

Theater

Scherenschnitte mit Sommergästen: Viktor Bodó inszeniert Tschechows "Möwe" in Basel.

Zweimal kommt die Windmaschine zum Einsatz. Am Anfang, in dem avantgardistischen Theaterstück, das der heillos überspannte Bühnenrevoluzzer Kostja den gelangweilten Sommergästen des Gutsbesitzers Sorin vorführt, ist sie ein ironisches Zitat. Das Stück soll eine Provokation, eine radikale Abrechnung mit der "Routine und Konvention" des bürgerlichen Theaters, werden, aber es ist nur ein konfuses Machwerk: Unter Einsatz von Knallerbsen, Räucherstäbchen, Dampfwölkchen und teuflischem Rotlicht bläst der junge Dichter viel heiße Luft über den Krieg zwischen "Weltenseele" und Satan ins Weltall auf dem Lande. Am Ende wirft er die Windmaschine noch einmal an. Die Blätter seines Lebenswerks zerflattern im rostigen Brettergerüst, das der ungarische ...

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