Gilda oder ein Puppenheim

Verdis "Rigoletto" am Theater Freiburg

Alexander Dick

Von Alexander Dick

Mo, 19. März 2012 um 00:12 Uhr

Theater

Das Drama um den Hofnarren "Rigoletto" ist Giuseppe Verdis erstes großes Meisterwerk für die Bühne. Jetzt hat das Theater Freiburg die Oper neu herausgebracht: Regie führte Thomas Krupa, am Pult steht Fabrice Bollon.

In ihren besten Momenten vermag Theaterregie die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Phantasie aufzuheben. Ein Spazieren im Traum an gefährlichen Abgründen nannte der große Theatermann Max Reinhardt das, und hinzuzufügen wäre, dass in der Oper die Abgründe durch Musik an Bedrohlichkeit gewinnen. Einmal, ein einziges Mal stellt sich dieser Zustand an diesem Premierenabend ein: Als Gilda beim Ausklingen ihrer "Teurer Name"-Arie schwärmerisch auf ihrem Bett versinkt, in der dunkler werdenden Szene die Puppen im Zimmer sich zu bewegen beginnen und weitere sich hinzugesellen. Ein Augenblick von großer Magie ist das, als wär’s ein Nachtstück von E.T.A. Hoffmann. Denn der Traum wird zum Albtraum, die Puppen entpuppen sich als jene Hofschranzen, die die vermeintliche Freundin des Hofnarren, die in Wirklichkeit seine Tochter ist, entführen wollen und ...

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