Thiel wehrt sich gegen Vorwürfe

dpa

Von dpa

Fr, 24. April 2020

Handball Allgemein

BVB-Handballerinnen fühlen sich diskriminiert.

DORTMUND (dpa). Andreas Thiel, Vorstandschef der Handball-Bundesliga der Frauen (HBF), wehrt sich gegen Diskriminierungsvorwürfe. Nach dem Entschluss, die Saison wegen der Coronavirus-Pandemie abzubrechen und keinen Meister zu küren, ist Tabellenführer Borussia Dortmund nach wie vor wütend. Im sozialen Netzwerk Instagram posteten Spielerinnen Porträt-Fotos mit montierten Bärten und schrieben: "Wäre ich ein Mann, wäre ich jetzt deutscher Meister." Im Gegensatz zur HBF hatte die Männer-Bundesliga (HBL) die Saison abgebrochen und Tabellenführer THW Kiel zum Meister gekürt.

"Wenn man bei den Männern einen Meister kürt und bei den Frauen nicht, dann habe ich da unterschiedliche Wertschätzungen der Sache. Und wenn ich die habe, dann habe ich da eine Diskriminierung von Frauen", sagte Dortmunds Handball-Abteilungsleiter Andreas Heiermann den Ruhr Nachrichten. Thiel widersprach dem vehement. Der frühere Weltklasse-Torhüter könne den Unmut und die Emotionen beim BVB verstehen. "Aber ich bin Vater von drei Töchtern, ich trainiere seit 20 Jahren Frauen, mir vorzuwerfen, ich diskriminiere Frauen, ist abwegig", sagte der 60-Jährige, der auch Vize-Präsident des Deutschen Handball-Bundes (DHB) ist.