Bad Säckingen

Bad Säckinger THW-Mitglieder sind in Ostdeutschland im Einsatz

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Fr, 12. Juli 2019 um 19:00 Uhr

Bad Säckingen

Fünf Mitglieder des Ortsverbandes Bad Säckingen sind momentan in Mecklenburg-Vorpommern im Einsatz. Sie suchen mit einer Wärmebildkamera nach übrig gebliebenen Glutnestern.

Nachdem der riesige Waldbrand auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz der Bundeswehr in Mecklenburg-Vorpommern am 28. Juni als gelöscht gemeldet wurde, entfachte sich dieser am 30. Juni an drei unterschiedlichen Stellen erneut. Der Katastrophenfall wurde ausgerufen, der seit vergangenen Montag beendet ist. In der Nacht zum Freitag machten sich fünf Helfer des Technischen Hilfswerks (THW), Ortsverband Bad Säckingen, an den Ort des Geschehens auf, um mit einer Wärmebildkamera aus der Luft mögliche Glutnester zu orten.

Mehr als 3000 Einsatzkräfte im Einsatz

Insgesamt 1200 Hektar Waldfläche waren zwischenzeitlich in der Nähe des Ortes Lübtheen von dem Brand betroffen gewesen. Zeitweise befanden sich mehr als 3000 Einsatzkräfte unterschiedlicher Organisationen im Dauereinsatz, um Herr über die Flammen zu werden. Dies gestaltete sich jedoch als schwierig, da alte Munitionsreste des ehemaligen Truppenübungsplatzes ungezielt zünden beziehungsweise explodieren konnten. Ein Ablöschen des Feuers war somit nur aus der Luft oder über die durch die Bundeswehr geschaffene Brandschneisen möglich, berichtet Justin Born, Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit beim THW Bad Säckingen.

Inzwischen gilt der Brand zwar als gelöscht, allerdings bergen die Größe des Gebietes und die sich stetig wechselnden Wetterlagen ein hohes Risiko, den Brand neu zu entfachen. Aus diesem Grund liegt die Priorität der Brandnachsorge nun darin, ein erneutes Entfachen des Brandes zu verhindern, beschreibt Justin Born die aktuelle Situation.

Glutnester mit Wärmebildkamera orten

Aus diesem Grund entsandte der THW-Ortsverband Bad Säckingen auf Amtshilfeersuchen des Bundesforstbetriebes Trave einen spezialisierten Trupp mit einem sogenannten Multikopter, um aus der Luft weiterhin bestehende Glutnester mit einer Wärmebildkamera zu orten. Diese sollen dann der Feuerwehr gemeldet und von dieser abgelöscht werden.

Insgesamt fünf Helferinnen und Helfer des Ortsverbandes wurden durch den Ortsbeauftragten des THW-Ortsverbandes Bad Säckingen, Stefan Prommersberger, am Freitagmorgen gegen 4 Uhr in den Einsatz nach Lübtheen entsandt. Mit ihnen wird viel Technik unterwegs sein. "Wir können ungefähr 20 Minuten mit einer Akku-Ladung fliegen. Dann muss der Multikopter für ungefähr eine Minute landen, um die Akkus zu wechseln. So gewährleisten wir das nahezu durchgehende Fliegen des Multikopters", berichtet Sherepreet Schwer, Leiter des ab Freitag eingesetzten Trupps.

20 Minuten hält der Akku

Bei dem Multikopter handelt es sich um einen Hexakopter, welcher speziell für die Anforderungen des THW Ortsverbandes Bad Säckingen in Eigenarbeit gebaut wurde. Auf Knopfdruck lässt sich beispielsweise zwischen einem normalen Kamera-Livebild und einem Echtzeit-Wärmebild wechseln.

Der Multikopter lässt sich auf 1,5 Kilometern mit Videoübertragung fliegen, erklärt Schwer die Technik. Und da weiterhin viele Altlasten an Munition auf dem Gelände liegen, bietet der Einsatz eines solchen Multikopters eine enorm größere Sicherheit für die zahlreichen Einsatzkräfte.

Einsatz bis Sonntagnachmittag

Die Helferinnen und Helfer des örtlichen THW sind am Freitagmorgen um 4 Uhr in Bad Säckingen mit einem Fahrzeug losfahren und lösen in Lübtheen den THW-Ortsverband Breisach ab, der sich bereits nach Absprache mit dem THW-Ortsverband Bad Säckingen im Einsatz befindet, berichtet Justin Born. Der Einsatz dauert nach derzeitigem Stand vermutlich bis Sonntagnachmittag.