Neues Hilfsmittel

Polizei zieht spuckendem Mann eine Schutzhaube über

Peter Stellmach

Von Peter Stellmach

Mi, 15. Mai 2019 um 16:32 Uhr

Titisee-Neustadt

Ein 25-Jähriger wird nach einer Irrfahrt mit einem gestohlenen Radlader aggressiv. Die Polizei setzt ihn fest. Als er anfängt zu spucken, greifen die Beamten zu einem relativ neuen Gegenmittel.

Nicht nur Körpereinsatz hat die Polizei bei einem nächtlichen Vorfall im Gewerbegebiet Titisee gebraucht, sondern auch eine Spuckschutzhaube, wie sie als Hilfsmittel seit Jahresbeginn in allen Streifenwagen mitgeführt werden.

Am Dienstag gegen 4.39 Uhr hatte das Revier von einem Firmenchef den Hinweis erhalten, es fahre jemand Fremdes mit dem Radlader umher. Eine Streife fand das beschriebene Fahrzeug auf dem Gelände eines Autohauses und beobachtete, wie sich der Mann an den dort abgestellten Wagen zu schaffen machte.

Blutprobe angeordnet

Auf sein Treiben angesprochen, ging der Mann die Beamten mit Worten aggressiv an. Die vorläufige Festnahme musste "mit unmittelbarem Zwang durchgesetzt werden" – so nennen es die Beamten, wenn die Polizei mündlichen Aufforderungen auch körperlich Nachdruck verleihen muss. Weil für die Polizisten offensichtlich war, dass der 25-Jährige unter dem Einfluss berauschender Mittel stand, wurde eine Blutprobe angeordnet.

Auf dem Weg zur Blutentnahme ins Krankenhaus wollte der Festgenommene wiederholt die Polizisten anspucken, die ihm aber die Spuckschutzhaube überzogen: Dann bleibt der Speichel in einem feinen Stoffgewebe hängen und trifft einen Beamten nicht womöglich im Gesicht.

Bei der Blutentnahme äußerte der Arzt, dass eine psychische Beeinträchtigung vorliegen könnte. Aufgrund von Videoaufzeichnungen besteht der Verdacht, dass der 25-Jährige beim Großparkplatz Titisee an der Neustädter Straße mehrere Schranken beschädigt hat. Angaben zur Höhe des Sachschadens liegen nicht vor. Die Ermittlungen dauern an.