Beschwerden

Eine Baustelle sorgt für Unmut bei Todtnauer Bürgern

Sarah Trinler

Von Sarah Trinler

So, 16. Juni 2019 um 09:00 Uhr

Todtnau

Die Sperrung der L 126 verursacht Mehrverkehr in der Todtnauer Innenstadt. Anwohner fürchten um die Sicherheit, Regierungspräsidium und Stadt haben keine Bedenken.

Mitten durch die Innenstadt wird seit drei Wochen der Verkehr von der L 126 geleitet, die aufgrund der Brückensanierung bei Todtnau komplett gesperrt ist. Nun werden Beschwerden von Anwohnern laut, der hohe Anteil an Lkw-Verkehr würde die Sicherheit gefährden, Regierungspräsidium und Stadt sehen keine Probleme.

"Muss denn erst etwas passieren", sagt eine Bürgerin entsetzt. Sie habe schon einige brenzlige Situationen beobachtet, in denen sich Großfahrzeuge durch die engen Straßen und Kurven zwängen. Dabei sei die Durchfahrt für Fahrzeuge mit mehr als 7,5 Tonnen ohnehin verboten. Diese müssen Todtnau großflächig umfahren und werden über den Feldberg (B 317) in Richtung Freiburg (B 31) umgeleitet. "Da hält sich aber niemand dran", so die Bürgerin. Sie ist verärgert, dass dies von keiner Seite kontrolliert werde und die Innenstadt daher mehr Schwerlastverkehr tragen müsse als nötig.

Eine Ausnahmeregelung ist nicht möglich

Wie die Beschilderung in und um Todtnau zeige, seien von dieser Regelung Linien- und Reisebusse sowie Lieferverkehr ausgenommen, erklärt Manuel Hartmann vom Regierungspräsidium (RP) Freiburg. Durchaus bedeute dies, dass die meisten Lkw, die vom Notschrei kommen oder diesen ansteuern dieser Ausnahme entsprechen. Hintergrund dieser Regelung sei, dass die Stadt Todtnau während der Sperrung weiter angeliefert werden möchte, Gewerbe und Betriebe hätten ansonsten das nachsehen. "Es ist quasi unmöglich, den Lieferverkehr gezielt herauszufischen", sagt Hartmann. Soll heißen, dass man eine Ausnahmeregelung, die etwa nur für Lieferverkehr nach Todtnau gilt, nicht anordnen könne.

"Die Vollsperrung einer Landesstraße ist immer eine Mehrbelastung", sagt Hartmann. Dennoch sehe er die Sicherheit in der Stadt Todtnau nicht gefährdet. Über das Innenministerium wurde angeordnet, dass die L 126 auch digital gesperrt wird. Wer also die Notschreistrecke mit Navi fahren möchte, wird direkt umgeleitet. In der Innenstadt habe man auf der Umleitungsstrecke Tempo-30-Schilder aufgestellt, zudem werden die Straßen der Umleitung zu großen Teilen als Einbahnstraßen geführt (Ober-, Kirch- und Franz-Dietsche-Straße). Die einmündenden Straßen auf die Umleitungsstrecke wurden mit Stopp-Schildern versehen, die Umleitungsstrecke gilt als Vorfahrtsstraße. "Das ist eine zusätzliche Verkehrssicherung", betont Hartmann.

Die Sperrung soll noch bis zum 5. Juli dauern

Auch im Todtnauer Rathaus kann man die Aufregung um die Umleitung durch die Innenstadt nicht verstehen. "Es lässt sich nicht immer alles so einfach und problemlos regeln", sagt Gerhard Asal, Leiter des Bürgerbüros im Rathaus. Die Stadt habe sich mit den zuständigen Behörden lange mit der Umleitung beschäftigt. Man befürchtete etwa ein Parkproblem in der Innenstadt, da aufgrund der Umleitung in einigen Straßen derzeit absolutes Halteverbot herrscht. "Unsere Bedenken haben sich nicht bestätigt", sagt Asal. Insgesamt erfahre er viel Toleranz von den Bürgern – auch wenn aufgrund des Mehrverkehrs natürlich ein anderes Verkehrsempfinden herrsche.

Die Sperrung soll laut RP noch bis zum 5. Juli dauern. Die Sanierung der gesamten Brücke ist im Jahr 2020 vorgesehen.