Tragfähige Beziehungen

Nicolai Ernesto Kapitz

Von Nicolai Ernesto Kapitz

Do, 23. Mai 2019

Schopfheim

Bilanz der Schulsozialarbeit im Verwaltungsausschuss vorgestellt / Raumnot an den Schulen.

SCHOPFHEIM. "Froh über das Schopfheimer Schulsozialarbeiterteam" zeigt sich das Diakonische Werk Lörrach als Träger der Schulsozialarbeit. Wie in der Sitzung des Verwaltungsausschusses bei der Vorstellung der Bilanz deutlich wurde, kann die Sozialarbeit an Friedrich-Ebert-Schule, Theodor-Heuss-Gymnasium und Max-Metzger-Grundschule auf eine konstante Mannschaft bauen. Ein Problem sind aber fehlende Räume.

Allgemeines: "Eigentlich hat sich nichts Großartiges geändert", erklärte Volker Hentschel, Koordinator des Diakonischen Werks, den Stadträten im Verwaltungsausschuss. Gerade das sei aber eine sehr gute Nachricht. Denn je weniger personelle Wechsel es unter den Sozialarbeitern an den drei Schopfheimer Schulen gebe, desto besser können "tragfähige Beziehungen" entstehen – und zwar zwischen allen "schulischen als auch außerschulischen Zielgruppen und Partnern". Ausruhen sei aber nicht angesagt: "In der Schulsozialarbeit ändern sich die Herausforderungen fortwährend", so Hentschel in seinem Bericht. Deshalb sei ständige Weiterentwicklung wichtig – auch bei den Rahmenbedingungen: Die seien in Schopfheim grundsätzlich zwar gut – an der einen oder anderen Stelle aber noch nicht optimal. Das gelte etwa für die Raumfrage an der Metzger-Schule und am THG als auch für die Personalausstattung (insgesamt zur Zeit drei Stellen). Grund dafür sei auch, dass die Jugendhilfe im Herbst 2017 die Anträge der Stadt Schopfheim auf Aufstockung der Personalanteile in der Schulsozialarbeit teilweise abgelehnt habe. Für Hentschel sind die Sicherung der Stellenanteile und die Verbesserung der Raumsituation oberste Ziele.

Friedrich-Ebert-Schule: Die Gemeinschaftsschule ist mit drei Schulsozialarbeitern (1,75 Stellen) personell am besten ausgestattet, vor allem seit der Aufstockung um 25 Prozent im vergangenen Jahr. Schwerpunkte in der Arbeit seien hier auch Inklusion und Teilhabe von Kindern und Jugendlichen mit Flucht- und Migrationserfahrung und Migrationshintergrund. Die Sozialarbeiter zeigen Präsenz auf dem Schulhof und sind in Sprechstunden täglich erreichbar.

THG: An der größten Schopfheimer Schule sind zwei Sozialarbeiterinnen (0,75 Stellen) im Einsatz. Kernaufgabe der Schulsozialarbeit im Schuljahr 2017/2018 war es, "Schüler in ihrer individuellen, sozialen, emotionalen, schulischen und beruflichen Entwicklung zu unterstützen", heißt es im Bericht. Den größten Teil der Arbeit machten Einzelfallberatungen aus. Themen waren unter anderem Mobbing, Probleme mit Lehrern und Notenkrisen.

Max-Metzger-Schule: Am kleinsten Standort der Schulsozialarbeit ist eine Arbeiterin (0,5 Stellen) eingesetzt. Hier steht der Aufbau von Beziehung und Vertrauen im Vordergrund – vor allem durch Präsenz auf dem Pausenhof, in den Hofpausen am Vormittag und auch während der Nachmittagsphasen im Freispiel. Dabei wird viel gespielt und gebastelt. Erstmalig gab es in diesem Schuljahr ein Vorleseangebot und einen offenen Elterntreff. Ein Schwerpunkt ist auch hier die Einzelfallberatung.