"Ich war das langsamste Kind im Schwimmbecken"

Uwe Rogowski

Von Uwe Rogowski

Fr, 12. Juli 2019

Triathlon

WARMLAUFEN mit der deutschen Junioren-Meisterin Katharina Möller von der Turnerschaft Langenau, die am Samstag beim Schopfheimer Triathlon startet.

TRIATHLON (uwo). Ihr Abi hat sie gerade mit 1,7 abgeschlossen, deutsche Juniorenmeisterin ist sie und und im August fährt sie zur Weltmeisterschaft. Es läuft bei Triathletin Katharina Möller aus Hausen, die in diesem Jahr nach Freiburg zieht, wo am Landesleistungszentrum der regionale Triathlon-Hotspot ist. Die 18-jährige Ausdauerspezialistin der Turnerschaft Langenau startet Anfang August für den SV Tübingen auch erstmals in der Frauen-Bundesliga, und am Samstag ist ihr der Sieg beim Schopfheimer Triathlon kaum streitig zu machen. Zuvor stand Möller für den BZ-Fragebogen Rede und Antwort – auch zu Nichtsportlichem.

» Als Kind wollte ich werden: Da gab es keinen Berufswunsch oder so. Ich war ein eher stures Kind, wollte immer alles alleine machen. Deshalb wollte ich immer: erwachsen sein. Heute bin ich aber durchaus angepasst.
» Auf meinem mp3-Player fehlt auf keinen Fall...
Lorde. Vor einem Wettkampf bin ich oft etwas hibbelig. Ihre Musik beruhigt mich.
» Die beste Sportart außer Triathlon? Leichtathletik und Biathlon finde ich als Zuschauer am spannendsten. Vor allem die 3000 Meter Hürden gefallen mir, die würde ich gerne mal ausprobieren.
» Zum Triathlon bin ich... durch Zufall gekommen. Der Schwimmkurs bei der DLRG in Schopfheim war voll, so bin ich zum Kurs von Hubi Klemm bei der Turnerschaft, und so hat sich das entwickelt. Bald merkte ich, dass es mir großen Spaß macht mit Laufen und Radfahren, ich mag es, draußen zu sein, brauche es als Ausgleich, um produktiver und strukturierter zu sein. Wobei Hubi am Anfang gesagt hat, dass ich das mit Abstand langsamste Kind im Schwimmbecken war.
» Die beste Triathletin aller Zeiten... ist für mich Flora Duffy aus Bermuda. Sie ist natürlich sehr erfolgreich, war bei Olympia, vor allem aber finde ich Ihre Art cool, sie scheint bei ihren Rennen immer alles zu kontrollieren. Bei den Männern ist wohl Jan Frodeno die Standard-Antwort. Was er erreicht hat, ist mega.
» Wie oft schauen Sie auf Ihr Handy? Uuh, da bin ich wohl kein gutes Vorbild. Ich habe mich relativ gut im Griff. Wenn ich keinen Druck habe, etwas machen zu müssen, kann es aber schon mal sein, dass ich eine halbe Stunde dranhänge.
» Helene Fischer finde ich ... naja. Sie ist nicht so meins. Vielleicht hört man es mal, wenn ein Wettkampf richtig gut gelaufen ist. Aber auf Partys, wo ihre Musik vielleicht zu später Stunde läuft, trifft man mich ja sowieso nicht so oft an.
» Vegetarisch oder Fleisch? Fleisch. Ich versuche es aber bewusst zu machen, esse es vielleicht ein-, zweimal die Woche und dann auch regional. Ich habe mal einen Vortrag einer Ernährungswissenschaftlerin verfolgt, sie sagte, dass es gar keinen Sinn macht, mehr als dreimal die Woche welches zu essen. Man kann die Stoffe darin dann gar nicht mehr aufnehmen.
» Immer essen könnte ich... Nudeln, Pizza. Ich bin eine Viel-Kohlenhydrat-Esserin. Vor allem esse ich auch Obst, lieber als Süßigkeiten. Vor dem Wettkampf morgens esse ich immer zwei helle Brötchen mit Honig, ohne Butter. Ist das Rennen nachmittags, dann maximal drei Stunden vorher Nudeln. Aber: ohne Soße.
» Eine Macke von mir ist ..., dass ich mich beim Wettkampf manchmal nicht gut durchbeißen kann, wenn es nicht so läuft. Bin ich hintendran, fällt es mir schwer, mich zu motivieren, alles zu geben. Wenn ich in der Spitzengruppe bin, geht es leichter.
» Mein bislang längster Wettkampf ... war, wie meist, so etwa eine Stunde. In unserer Altersklasse sind die Distanzen 750 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren, fünf Kilometer Laufen. Ich würde aber schon gerne mal die Olympische Distanz ( 1,5/40/10) machen – vielleicht in den nächsten Jahren.
» Mein größter Erfolg: Mit der Qualifikation für die Juniorinnen-Weltmeisterschaft in Lausanne habe ich im Grunde schon mal alles übertroffen, was ich nach der letzten Saison so an Zielen hatte. Nach der EM -Teilnahme ist das natürlich klasse. Natürlich wäre es mega, wenn ich mich auf hohem Level etablieren könnte, als Profi oder zu Olympia fahren. Aber man muss auch realistisch sein.
» Ich trainiere... zehn- bis 14-mal die Woche. Vor dem Frühstück Laufen, meist von Hausen nach Fahrnau und zurück. Dann mittags zwei Stunden Rad. Und abends Schwimmen.
» Hubert Klemm ist ein super Trainer, aber ... leider sehe ich ihn nicht mehr so oft, weil ich nun mehr in Freiburg bei Wolfram Bott am Landesleistungszentrum trainiere.
» Beim Schopfheimer Triathlon... hoffe ich doch, dass ich den Titel bei den Junioreninnen (12.45 Uhr) gewinne. Für mich ist es aber vor allem Vorbereitung für das Trainingslager ab Montag am Bundesstützpunkt in Saarbrücken. Dort bereiten wir uns zwei Wochen lang auf die WM vor. Nur zum Abi-Ball komme ich mal nach Hause.