Unglücks-Störchin hier, munterer Nachwuchs dort

Nikola Vogt

Von Nikola Vogt

Mi, 19. Juni 2019

Pfaffenweiler

Neuigkeiten aus den Nestern in Pfaffenweiler und Ehrenkirchen.

PFAFFENWEILER/EHRENKIRCHEN (BZ/niv). Es gibt Neues von den Störchen aus Ehrenkirchen und Pfaffenweiler. Letztere hatten auf sich aufmerksam gemacht, als sie versuchten, auf dem Turm der Kirche St. Columba zu nisten. Aufgrund der instabilen Lage des Nests, eingeklemmt zwischen Blitzableiter und Kreuzblume, hatte starker Wind es vom Dach des Turms gefegt (die BZ berichtete). Die Störchin bezog daraufhin mit einem neuen Partner ein schon fertiges Nest auf dem Golfplatz in Munzingen, wie Gustav Bickel, Vorsitzender des Vereins Weißstorch Breisgau, zu berichten weiß. Sie legte vier Eier und brütete abwechselnd mit ihrem Partner.

Dann ereilte sie jedoch ein erneuter Schicksalsschlag: Auf der Futtersuche blieb sie mit ihrem langen Schnabel in einem Golftee stecken. Den kleinen Stift stecken Golfer in den Boden, um ihren Ball von ihm abzuschlagen. Mit dem Golftee auf dem Schnabel war es der Störchin nicht mehr möglich zu trinken und zu fressen. Auch ihre Aufgabe, mit ihrem Partner abwechselnd die Eier auszubrüten, musste sie aufgeben. Beobachter sichteten sie in Wittnau und in Horben – durch den schwarzen Gummistöpsel war sie eine auffallende Störchin.

Doch die Storchendame hatte offenbar erneut Glück im Unglück: Kürzlich ist sie wieder ohne das Golftee auf ihrem Horst auf dem Golfplatz in Munzingen gesehen worden. War das Tee von alleine abgefallen? Oder konnte sie es mit ihrem Fuß abstreifen? Gustav Bickel weiß es nicht. Nun bleibt zu hoffen, dass die Störchin von weiteren Schicksalsschlägen verschont bleibt. Positives gibt es von den Störchen im Gewerbegebiet Niedermatten in Ehrenkirchen zu berichten. Wie Leserin Monika Danner berichtet, gibt es dort mindestens zwei Jungstörche, die wachsen und gedeihen, ihr Gefieder pflegen und ihre Eltern nachahmen. Das nasskalte Wetter im Mai konnte ihnen zum Glück nichts anhaben.