Unsere Sprache kennt simple Lösung des Problems

Dirk Kaestner

Von Dirk Kaestner (Lörrach)

Di, 23. Februar 2021

Leserbriefe

Nach dem Lesen einiger im Forum veröffentlichter Lesermeinungen zum Leitartikel von Stefan Hupka habe ich mich umentschieden: Ich begebe mich also aufs Glatteis, um Stefan Hupka in aller Deutlichkeit den Rücken zu stärken. Sein Kommentar hat mir zutiefst aus der Seele gesprochen.

Man liegt wahrscheinlich nicht ganz falsch, wenn man vermutet, dass diese Versuche, unsere Sprache mit Brachialgewalt und geradezu diktatorischem Eifer zu verändern, vorrangig aus dem einschlägigen links-ideologischem Milieu kommen. Auch wenn sich im Jahr 2021 zweifellos alle Frauen und höchstwahrscheinlich auch fast alle Männer für wirkliche und umfassende Gleichberechtigung in allen Lebensbereichen einsetzen, so darf doch bezweifelt werden, dass die Mehrheit der Bevölkerung diese Art der völlig verkrampften Sprachverhunzung befürwortet. Mir tun künftige Generationen von Schülerinnen und Schülern leid. Wie will man denen diese abstrusen "Logiken" beibringen? Und was sagen eigentlich unsere Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer dazu?

Um bei der Diskussion nicht noch mehr Öl ins Feuer zu gießen: Für diejenigen, die das generische Maskulinum partout nicht verstehen (akzeptieren?) wollen, hält unsere Sprache eine simple Lösung bereit. Eine Lösung, die sich ohnehin auch bei der direkten Ansprache aus Gründen der Höflichkeit empfiehlt: Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Studentinnen und Studenten, die Runde der Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten und so weiter. Dauert ein paar Sekunden länger, ist aber klar, sprachlich korrekt und drückt gegenüber den Angesprochenen beiderlei Geschlechts Respekt und Wertschätzung aus. Ganz ohne Gendersternchen, Unterstriche, Binnen-I oder anderem unaussprechlichen und beim Lesen hinderlichem Kauderwelsch.

Dirk Kaestner, Lörrach