Turmkugel nach Dorfbrand geborgen

Edgar Steinfelder

Von Edgar Steinfelder

Mo, 09. September 2019

Utzenfeld

Dorffest Utzenfeld: Bürgermeister Harald Lais bekommt ein ganz besonderes Jubiläumsgeschenk überreicht.

UTZENFELD (edi). Beim Dorffest zum 725-jährigen Bestehen der Gemeinde Utzenfeld boten die örtlichen Vereine am Wochenende ein attraktives Unterhaltungsprogramm in einem tollen Ambiente. Auch wenn Bürgermeister Harald Lais in aller Bescheidenheit meinte, 725 Jahre seien zwar keine ganz runde Jubiläumszahl, so wurde das Jubiläumsfest trotzdem zu einer ganz runden Sache.

So waren denn auch schon zum Festakt zahlreiche Einwohner und ehemalige Utzenfelder in die Gemeindehalle gekommen. Bürgermeister Lais schilderte in einem kurzen Abriss viele Details aus der spannenden Ortsgeschichte. So seien schon die Utzenfelder Vorfahren fleißige Leute gewesen. Und daran habe sich auch heute nichts geändert. Nur durch den Zusammenhalt der Einwohner habe die Gemeinde ständig prosperieren können. Während der Eröffnungsrede konnten sich die Gäste an einer an die Wand projizierten Bilderserie mit historischen Fotos erfreuen, während in den Pausen Shellyn Strohmeyer am Keyboard, das Gitarrenduo Emilie Dehne und Constanze Bark sowie Julia Wernet am Klavier musikalische Leckerbissen boten.

Als ganz besondere Überraschung überreichte Max Schwörer aus Schopfheim, der in Geschwend aufgewachsen ist, eine aus zwei Teilen bestehende Kupferkugel, die wohl einstmals auf der Turmspitze der Apolloniakapelle installiert war und von seinem Vater nach dem verheerenden Dorfbrand im Jahre 1925 geborgen wurde. Sein Vater habe ihm diese Kugel geschenkt und er habe die Brandspuren an dem Teil beseitigt. Als er von dem 725-jährigen Jubiläum erfuhr, habe er sich spontan entschlossen, dieses historische Fundstück der Gemeinde als Geschenk zu überreichen. Und der ehemalige Utzenfelder Dachdeckermeister Gerhard Gail, der jetzt in Sigmaringen lebt, erklärte den Besuchern, dass sich in dieser Turmkugel wohl die Unterlagen mit den am Bau der Kapelle beteiligten Handwerkern befunden haben müssen.

Dann aber hatte Lais die ehrenvolle Aufgabe, mit dem Fassanstich das Fest offiziell zu eröffnen. Und er erledigte dies so bravourös, dass er den Zapfhahn schon beim ersten Schlag mit dem Holzhammer fast spritzfrei ins Spundloch trieb. Der Musikverein Kirchen-Hausen begleitete diese Zeremonie mit schwungvollen Melodien. Und weil auch das Wetter mitspielte, verteilten sich die Gäste auf dem Festplatz und in den Zelten und feierten das Jubiläums-Dorffest, bei dem dann am Abend die Band "Zitlos" die Stimmungswogen überschwappen ließ.

Die BZ hat sich auf dem Fest umgehört und einige Stimmen von Besuchern eingefangen:

Dieter Karle aus Buggingen: Als ehemaliger Utzenfelder ließ ich es mir nicht nehmen, zum Jubiläum in meine Heimat anzureisen. Bis zum 16. Lebensjahr verbrachte ich hier meine Jugendzeit, war Mitglied im Fußball- und Musikverein. Ich freue mich auf das Fest und auf viele freundschaftliche Kontakte mit alten Bekannten.

Veronika Nopper aus Utzenfeld: Ich finde es toll, was die Vereine hier auf die Beine gestellt haben. Ich war selbst viele Jahre Vorsitzende der Landfrauen und ich finde es schön, dass dieses Jubiläum so gefeiert wird. Ich freue mich auf viele nette Gespräche.

Felicitas Kaiser, Vorsitzende des Musikvereins Utzenfeld: Ein Jahr lang haben wir die Vorbereitungen für dieses Jubiläumsfest getroffen und alle Vereine haben an einem Strang gezogen. Die Narrenzunft, die Narrenclique Utzenfloo, die Spielvereinigung Utzenfeld, der Musikverein und die Landfrauen freuen sich darauf, die Gäste verwöhnen zu dürfen.