Landtagswahl

Verkehrskatastrophe "Stuttgart 21"

Jürgen Lodemann

Von Jürgen Lodemann (Freiburg)

Di, 06. April 2021

Freiburg

Im Vorfeld der Landtagswahl vermisste ein Leser das Thema "Stuttgart 21".

Ein Thema scheint bei Freiburgs Kandidaten keine Rolle gespielt zu haben: Die fast zehn Milliarden Kosten, die bislang anfallen für "Stuttgart 21", für einen ungeeigneten, lebensgefährlich schiefen und schon seit der Planung viel zu kleinen Tiefbahnhof mit zu wenig Gleisen. Da beruft sich der Landesvater immer neu auf eine alte landesweite Abstimmung. Ja, im vorigen Jahrtausend votierte für den Bau dieses Tiefbahnhofs ein mit falschen Daten versorgtes Wahlvolk. Den tatsächlich nötigen, den überfälligen Stundentakt der Deutschen Bahn zwischen allen großen Städten, dieser hilfreiche Fortschritt wird nun verhindert von der teuren Dauer-Blamage S 21. Freiburg stimmte einst dagegen.

Derzeit läuft in der Landeshauptstadt noch immer die inzwischen mehr als 555. "Montagsdemo" unter dem Motto "Oben bleiben, durch Umstieg!", nämlich vor allem durch den Verbleib des Hauptbahnhofs Stuttgart als Kopfbahnhof, weil der trotz allem immer noch gut funktioniert. Da wird demonstriert zugleich für den Einsatz des bisher Gebauten zu anderen Zwecken, wozu sinnvolle und genaue Pläne vorliegen. Großkonzerne als Immobilienhaie wollen sich das frei werdende Gelände der oberen Bahngleise aneignen oder haben es schon lange gebucht als profitable Flächen im Zentrum der Stadt.

Dies alles unter einem grünen Landesvater, von dem nach dem Volksvotum der Seufzer laut wurde: "Der Käs is gesse". "Stuttgart 21" gehört als Verkehrskatastrophe vor die Parlamente und offenkundig vor Gerichte. Betroffen sind wir Steuerzahler, also die Mehrheit der Wähler. Jürgen Lodemann, Freiburg