Vetter fällt bei der Wahl durch

Michael Haberer

Von Michael Haberer

Sa, 20. Juli 2019

Herbolzheim

In der konstituierenden Sitzung des Bleichheimer Ortschaftsrats gab es fünf Gegenstimmen für den amtierenden Ortsvorsteher.

HERBOLZHEIM-BLEICHHEIM. Der Ortschaftsrat tagte am Donnerstagabend zum ersten Mal in neuer Zusammensetzung. Die achtköpfige Ratsrunde konnte sich aber in der konstituierenden Sitzung nicht auf einen Wahlvorschlag für den künftigen Ortsvorsteher einigen. Der aktuelle Ortsvorsteher Patrik Vetter, der auch wieder vorgeschlagen wurde, bekam in der Wahl fünf Gegenstimmen. Da er damit durchfiel und auch kein Gegenkandidat antrat, muss die Wahl wiederholt werden.

Patrik Vetter hat in der jüngsten Kommunalwahl die Kräfteverhältnisse im Bleichheimer Ortschaftsrat in Bewegung gebracht. Vetter hat nicht mehr wie sonst für die CDU kandidiert, sondern für die Freien Wähler (FWG). Auch Paul Vetter hat die Seiten gewechselt. Beide wurden wiedergewählt, womit die FWG in dem zuvor stark von den Christdemokraten dominierten Ortschaftsrat einzog. Patrik Vetter musste als FWG-Kandidat bereits ein deutlich schlechteres Ergebnis hinnehmen als 2014 auf der CDU Liste. Trotzdem wurde er wieder Stimmenkönig. Auch weil Patrik und Paul Vetter viele Stimmen auf sich vereinen konnten, verloren einige Ortschaftsräte der anderen Listen ihre Mandate. Hubert God und Franz-Josef Mutschler von der CDU traten zwar wieder an, holten aber nicht genug Stimmen. Auch Reinhold Maier von der SPD schaffte es nicht mehr. Sie wurden in der Sitzung verabschiedet.

Cornelia Held von der CDU nahm Stellung zum Dämpfer für ihren früheren Listen-Kollegen. "Ein Dorf braucht einen Ortsvorsteher, der die Bürgerinnen und Bürger, Jung und Alt zusammenbringt, der Gerüchte, die kommunalpolitische Themen tangieren, mit Sachlichkeit unterbindet und alles dazu beiträgt, dass keine Gräben im Dorf geschaffen werden, der integriert und nicht versteckt agiert, der kritisch-konstruktive Fragen und Impulse nicht als Affront empfindet und der den Blick über die Kirchturmspitze hat", forderte sie. "Die Vorkommnisse im Vorfeld der Kommunalwahlen, konkret der Wechsel der Liste, haben nicht nur in unserer Dorfgemeinschaft bei vielen Bürgerinnen und Bürgern zu einer großen Verunsicherung geführt", kommentierte sie den Listen-Wechsel Vetters, der auch die CDU-Mehrheit im Gemeinderat bis auf eine Stimme schrumpfen ließ. Held warf Patrik Vetter vor, auf wiederholte Nachfragen keine Gründe genannt und eine Aussprache abgelehnt zu haben. Held sprach von Gerüchten, Unwahrheiten, Beleidigungen am Telefon, Informationen aus einer nichtöffentlichen Sitzung, Unterstellungen zur Nutzung des Gemeindehauses und zum Kirnburgfest.

Er habe durchaus das Vertrauen der Bleichheimer, meinte Patrik Vetter. Das beste Wahlergebnis sei Vertrauensbeweis genug. Dass es Differenzen im Ortschaftsrat gebe, sei normal, fand Vetter und erinnerte, was er in seinen zehn Jahren Amtszeit alles mit auf den Weg gebracht habe. Seine Kritiker hätten wenigstens einen Gegenvorschlag präsentieren sollen, rügte Vetter. Er wünsche sich eine weitere vertrauensvolle Zusammenarbeit. Held forderte die Ratsrunde auf, die Zeit bis zum nächsten Wahlgang zu nutzen, um die Unklarheiten auszuräumen. Hansjörg Haas wünschte ausdrücklich ein Treffen vor dem nächsten Wahlgang, um die Differenzen zu klären. Jedenfalls kann der Gemeinderat nicht wie vorgesehen in der öffentlichen Sitzung am Donnerstag wie für die anderen Ortsteile auch einen Ortsvorsteher für Bleichheim wählen.

Patrik Vetter und Bürgermeister Thomas Gedemer würdigten in der Verabschiedung der Ortschaftsräte Hubert God, der 20 Jahre dem Gremium angehörte, Franz-Josef Mutschler und Reinhold Maier deren Engagement im Ort und im Ortschaftsrat.