Ambivalenz bei den Siegerinnen

Jakob Schönhagen

Von Jakob Schönhagen

Di, 03. Dezember 2019

Volleyball

Die Drittliga-Volleyballerinnen des VC Offenburg müssen in Umkirch zum vierten Mal in dieser Runde über die volle Distanz gehen.

UMKIRCH. Dass dem VC Offenburg rasch die Puste ausgeht, kann man nicht behaupten. Das Team von Trainerin Richarda Zorn beweist in dieser Spielzeit regelmäßig, wie lang ihr Atem ist. Auch der VfR Umkirch musste am Sonnabend die Offenburger Durchhaltequalitäten bestaunen. Am Ende gewann das Zorn-Team das Derby mit 3:2 (25:20, 23:25, 22:25, 25:17, 15:13).

"Fünf Sätze können wir", freute sich Kapitänin Johanna Ewald im Anschluss an den vierten Sieg in Serie. Zugleich der vierte in dieser Spielzeit, der über fünf Sätze erspielt wurde. Die Nervenstärke und das Durchhaltevermögen dürften daher auch darüber hinwegtrösten haben, dass für die Offenburgerinnen am Samstag mehr drin gewesen wäre. Denn die spielstarken Gastgeberinnen gingen stark ersatzgeschwächt in die Partie.

Gerade einmal acht Spielerinnen standen VfR-Trainer Julian Hamacher zur Verfügung. Die Ex-Offenburgerinnen Sophia Bähr und Louisa Heimburger fehlten verletzt oder aufgrund beruflicher Verpflichtungen. Die sonst so angriffsgewaltige Gundi Schirmer war beruflich verhindert – und die erste Zuspielerin Fabienne Buchert erwartet Nachwuchs. Ungefährlich aber waren die Umkircherinnen keineswegs.

In Ex-Bundesligaspielerin Luise Mauersberger hatten die Rand-Freiburgerinnen die dominanteste Angreiferin in ihren Reihen. Zorns Gefühlslage war hinterher denn auch ambivalent: "Mein Team hat phasenweise gezeigt, dass wir nicht zu stoppen sind, wenn alles stimmt", lobte sie einerseits.

Andererseits gab sie sich selbstkritisch: "Ich habe meiner Mannschaft viel abverlangt, brachte durch meine Wechsel vielleicht zu viel Unruhe rein und habe die ein oder andere Fehlentscheidung getroffen."

Am Ende waren es – wie so oft – Kleinigkeiten, die den achten Saisonerfolg der Offenburgerinnen besiegelten. Der druckvolle Aufschlag um Zuspielerinnen Johanna Ewald, die sattelfeste Annahme um die erfahrene Lisa Solleder oder der effiziente Angriff um Linkshänderin Leonie Amann. Kommendes Wochenende empfängt der VCO den TV Lebach aus dem Saarland in der Nord-West-Halle zum ersten Heimspiel seit über einem Monat. "Da wollen wir den nächsten Sieg feiern", sagt Zorn.