Vom Zwei-Mann-Betrieb zum Hotelausstatter

Claudia Renk

Von Claudia Renk

Mi, 11. September 2019

Bernau

UNTERNEHMEN IN DER REGION:Tischlerei und Planungsbüro Maier & Langecker feiert am Wochenende 25-jähriges Bestehen.

BERNAU/ST. BLASIEN (cr). Wer in Bernau oder den umliegenden Gemeinden wohnt und irgendwo anders in Deutschland oder auch im Ausland ein Hotel oder Restaurant besucht, dem könnte manchmal etwas bekannt vorkommen. Denn die Firma Maier & Langecker, Tischlerei und Planungsbüro, stattet national und international Gastronomiebetriebe aus,
bietet aber auch Privatkunden von der kompletten Zimmerausstattung bis hin zu Tischen, Stühlen oder Holzpaneelen Ausstattung für ihr Zuhause an. Am kommenden Wochenende feiert der Betrieb nun sein 25-jähriges Bestehen mit einem Tag der offenen Tür und viel Musik.

Angefangen hat alles in St. Blasien, wie Konrad Maier erzählt. Dort machte er sich 1994 nach Schreinerlehre und Meisterprüfung gemeinsam mit seinem Schwiegervater Horst Langecker selbstständig. Die beiden mieteten sich in einem Gebäude der Firma Schmidt ein, bauten um und kauften nach ein paar Jahren das Gebäude. Ein weiterer Umbau folgte.

Als Horst Langecker im Jahr 2000 aus Altersgründen aus dem laufenden Betrieb ausstieg, war das Team bereits von zwei auf acht angewachsen. Aber Maier & Langecker wuchs weiter. "Mehr Mitarbeitet, mehr Maschinen, die Halle wurde zu klein", erinnert sich Konrad Maier. Vor allem, da immer größere Aufträge aus dem Hotel- und Gaststättengewerbe eingingen.

Inzwischen war auch Tochter Christine in den Betrieb eingestiegen. Sie hatte an der Einrichtungsberaterschule in Kuchl (Österreich) studiert und übernahm nun unter anderem die Planung mit CAD-Zeichenprogrammen. Maier & Langecker übernahm inzwischen auch die Ausstattung kompletter Hotels, wobei in den verschiedenen Stockwerken mit Farben und Stoffen unterschiedliche Akzente gesetzt wurden. Die alte Halle war nun endgültig zu klein, ein Bauplatz wurde gesucht. Nachdem die Familie in St. Blasien nicht fündig wurde, fragte sie in ihrem Wohnort Bernau nach, und innerhalb einer Woche, so erzählt Konrad Maier, war ein Bauplatz gefunden. "Im September 2014 wurde mit dem Aushub begonnen, im Dezember war die Halle zu – eine Rekordzeit", erinnert er sich. Im April folgten dann der Umzug und der Beginn der Produktion in den neuen Räumen. Inzwischen wurde erneut investiert, in Maschinen, eine Lackieranlage und die Erfüllung der neuesten Sicherheitsnormen. 19 Mitarbeiter sind inzwischen im Betrieb tätig, und laut Konrad Maier und Christine Maier-Allendörfer dürfen es gerne noch mehr werden. Mindestens zwei, eher drei Mitarbeiter für die Produktion würden aktuell gesucht, erzählen sie.

Im neuen Gebäude ist außer der Produktion auch eine große Schaufläche untergebracht, dort können potenzielle Kunden sich etwa eine Gasthausstube oder ein Hotelzimmer-Ausstattung ansehen. Allerdings gehen diese Schaustücke auch auf Reisen, wie Konrad Maier erzählt. Auf vier Messen im Jahr stellt die Firma sich und ihr Angebot jährlich vor. "Das ist ein Riesenaufwand, auch finanziell", erklärt Maier. Zwei Personen seien allein zwei Wochen mit den Vorbereitungen beschäftigt.

Für die Zukunft wollen Maier und seine Tochter, die bisher überwiegend in Massivholz arbeiten, auch mehr Möbel mit Kunststoffbeschichtung, etwa an den Kanten, anbieten. Insgesamt, sagt Konrad Maier, sei in den vergangenen 25 Jahren das Geschäft schnelllebiger geworden. Vom Auftrag bis zur gewünschten Fertigstellung gebe es oft kaum Zeit, weil viele Hotels nur für eine kurze Zeit schließen. Entsprechend zügig muss der Umbau vonstattengehen, da fielen durchaus auch Überstunden für die Mitarbeiter an.

Auf die Frage nach besonderen Erlebnissen fallen Konrad Maier einige Aufträge in der Schweiz ein. Nach Sas Fee oder Zermatt etwa dürfe man nicht mit benzinbetriebenen Autos hineinfahren. Also hieß es, alles Material plus Werkzeuge vom Lastwagen vor Ort auf Elektrofahrzeuge umladen. Und im Wallis musste auf 2500 Höhenmetern gearbeitet werden, erreichbar war der Arbeitsplatz nur mit einer Gondelbahn. Also wurde das Material mit einer speziellen Lastengondel transportiert, die unter eine andere Gondel gehängt werden konnte. "Man muss immer gut vorbereitet sein", resümiert Maier schmunzelnd.