VON HERZEN: Gebrochene Herzen

Katharina Hensel

Von Katharina Hensel

Sa, 18. September 2021

Liebe & Familie

Wenn Kinder kommen, wenn die Eltern gepflegt werden müssen oder wenn man plötzlich eine Fernbeziehung führt: Das sind Situationen, in denen Paare sich häufig trennen, sagt Gerhard Tschöpe von Profamilia Freiburg. Denn solche Ereignisse seien große Stressmomente. Meist entferne sich dann eine Person aus der Beziehung, die andere Person hielte umso mehr daran fest. In dieser Zeit werden oft alte Wunden wieder aufgerissen. "Und die Frage ist dabei immer: Wer von beiden hat Schuld an der Trennung?", sagt Tschöpe. Kam es in der Beziehung zu körperlicher Gewalt, sei eine Trennung nötig, sagt der Diplompädagoge. Ansonsten komme es darauf an, ob beide Partner noch Hoffnung hätten: Dann könnten sie an einer Rettung der Beziehung arbeiten. Sicher ist: "Trennung tut immer weh." Wenn sie entschieden ist, helfe es zunächst, zu akzeptieren, dass der Schmerz da ist und dass er auch da sein darf. In einem nächsten Schritt könne man dann die Beziehung reflektieren, "nochmal ehrlich zurückschauen und fragen: Was verliere ich jetzt?" Im Gespräch können beide dann noch Wertschätzung füreinander heraushören – das lindere den Trennungsschmerz. Auch helfe es, eine neue Perspektive einzunehmen, sagt Tschöpe, den Blick nach vorn zu richten. Das gelinge aber oft der Person besser, die sich aus der Beziehung entfernt.