VON HERZEN: Stimulanz über Distanz

Claudia Füßler

Von Claudia Füßler

Sa, 17. April 2021

Kolumnen (Sonstige)

Das alles tangierende Virus macht auch vor unserem Sexleben nicht halt: 21 Prozent der Befragten in einer repräsentativen Studie für Deutschland, Österreich und die Schweiz geben an, dass die Pandemie ihr Liebesleben beeinflusst hat. In Auftrag gegeben hat die Studie das Unternehmen Amorelie, ein Online-Versandhändler für Erotikspielzeuge. Demnach hat die Krise vor allem Singles hart getroffen: 23 Prozent von ihnen sagen, dass sie seit Corona mehr Lust auf Sex haben, aber 38 Prozent haben tatsächlich weniger Sex, was in logischer Konsequenz zur Folge hat, dass 18 Prozent der Befragten mehr masturbieren. "Toys für den individuellen Gebrauch waren gefragt – und das bei beiden Geschlechtern", sagt Anna Robbert von Amorelie. Heißt: für Männer Masturbatoren, gerne mit Druckwellen oder den Vaginen prominenter Pornodarstellerinnen nachempfunden, für Frauen Vibratoren. Den größten Anstieg bei der Nachfrage erleben jedoch app-gesteuerte Sexspielzeuge für Paare, sogenannte Paartoys. Diese lassen sich auch über weite, sehr weite Entfernungen steuern. Intime Momente trotz Pandemie also. Am meisten verkauft hat Amorelie in dieser Kategorie einen Vibrator, der mit einem zusätzlichen Klitoris-Stimulator versehen ist. "Funktioniert von Bayern aus bis in die Steiermark", schwärmt eine Nutzerin.