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Wie schnell soll die B 317 von Lörrach ins Wiesental ausgebaut werden?

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Sa, 09. September 2017 um 00:01 Uhr

Lörrach

Wir fragen die Kandidaten im Wahlkreis Lörrach-Müllheim: Das geplanten Zentralklinikum im Entenbad in Lörrach erhöht den Druck auf die B 317. Muss deren Ausbau vorgezogen werden?

Armin Schuster, CDU:

"Es ist mir ein Anliegen, dass der Ausbau bis spätestens 2030 abgeschlossen ist. Die B 317 hat im neuen Bundesverkehrswegeplan Planungsrecht für den Abschnitt Lörrach-Schopfheim erhalten. Das ist ein großer Erfolg. Ich setze mich dafür ein, dass der Abschnitt bis zur B 518 verlängert wird, damit das Wiesental optimal an die A 98 angebunden wird. Unsere Verkehrspolitiker bestätigen, dass wir ausreichend Geld für neue Straßenbauprojekte haben.

Wir sollten daher den Autobahnanschluss Lörrach-Mitte, die Anbindung des neuen Zentralklinikums und den Kreisel Steinen vorziehen. Ich teile die Zuversicht von RP und Verkehrsplanern, dass wir das schaffen werden. Die Signale aus Berlin sind positiv."

Jonas Hoffmann, SPD:

"Ja, der Ausbau sollte vorgezogen werden. Wichtig ist die Entschärfung der überlasteten Knotenpunkte. Die SPD hat sich daher bereits für die Kreuzung B 317/A 98-Hasenloch in Lörrach sowie für eine Umgestaltung der Kreuzungspunkte in Maulburg und Schopfheim eingesetzt. Auch der Kreisel in Steinen kann noch optimiert werden.

Eine wesentliche Entlastung der B 317 muss allerdings auch über einen verbesserten öffentlichen Nahverkehr begleitet werden. Die Zukunft gehört aus meiner Sicht einem attraktiven öffentlichen Nahverkehr."

Gerhard Zickenheiner, Grüne:

"Ja, wenn irgend möglich. Der Bau des Zentralklinikums wird das Verkehrsaufkommen auf der überlasteten Strecke deutlich erhöhen, besonders durch schwere Materialtransporte. Dies wird den Verkehr über deutlich längere Tagesphasen noch massiver behindern. Völlig fatal wären die Auswirkungen einer Gleichzeitigkeit der Baumaßnahmen in sieben Jahren. Deshalb muss der Landkreis dafür Sorge tragen, dass die Planung im Regierungspräsidium vorrangig betrieben wird.

Für eine funktionierende Mobilität im Wiesental ist für mich eine Taktverdichtung und Ausbau der S 6 genauso prioritär. Wenn wir den Wiesentalverkehr damit flüssig gestalten, wird der ländliche Raum noch attraktiver."

Christoph Hoffmann, FDP:

"Ja, das habe ich mit der FDP Kreistagsfraktion gefordert. Schon heute leiden die Pendler unter den ständigen Staus. Sowohl der Kreisel bei Steinen und die Hasenlochkreuzung müssen schnell umgebaut werden. Bei Todtnau gibt es Probleme im Winter, und bei Zell muss die Grendelkurve wegen der Trinkwassergefährdung beim Ausbau im Blick bleiben.

Das Geld beim Bund ist da, die Planungen fehlen leider. Allein für die Hasenlochkreuzung in Lörrach will man acht Jahre planen. Da bin ich zu ungeduldig dafür."

David Trunz, Die Linke:

"Um den Patiententransport schnell und unkompliziert zu gewährleisten, ist der Ausbau der B317 unabdingbar notwendig. Zusätzlich fordere ich die Einrichtung einer Expresspur, die dem Rettungsdienst vorbehalten sein sollte um auch bei Staus und anderen Behinderungen den verlässlichen Patiententransport sicherzustellen."

Wolfgang Fuhl, AfD:

"Ja, ein Ausbau ist schnellstens durchzuführen. In Hauptverkehrszeiten ist die B 317 bereits heute an kritischen Stellen überlastet. Eine sichere und schnelle Zufahrt der Rettungswagen ist aus Bürgersicht unabdingbar, es geht oftmals um Minuten und Sekunden, um Leben zu retten. Hierzu muss die B 317 vor der Fertigstellung des Zentralklinikums bereits ausgebaut sein.

An neuralgischen Punkten vom Kreisel in Steinen bis Mitte Schopfheim dürfen wir auch besondere Lösungen wie eine Tunnel- oder Brückenlösung für den Verkehr Richtung B 317 nicht aus dem Auge verlieren. Der Wegfall zweier Kliniken bedingt eine optimale Lösung und keine Halbherzigkeiten aus Kostengründen."

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