Eines der Kernthemen bleibt das Klima

Sylvia Sredniawa

Von Sylvia Sredniawa

Di, 29. Januar 2019

Waldkirch

Als letzte von drei Waldkircher Ratsfraktionen lud Die Offene Liste zum Neujahrsempfang und zum Start ins Wahljahr ein.

WALDKIRCH (sre). Gerade noch ehe der Januar zur Neige geht, veranstaltete Die Offene Liste (DOL) einen Neujahrsempfang. Im Gewölbekeller des Elztalmuseums kamen dazu neben den Fraktionsmitgliedern etliche Freunde der Wählergemeinschaft zusammen. Ansprachen hielten der Fraktionsvorsitzende Jo Rothmund sowie seine Fraktionskollegen Peter Witz und Alexander Schoch – Witz als Vertreter des Behindertenbeirats, Schoch als Grünen-Landtagsabgeordneter. Einen Vortrag hielt Klimamanager Philipp Oswald.

Zuerst aber gab’s Musik: Alfred Stratz (Drehorgel) und Christiana Liberwirth-Morris (Violine) ließen "Die Gedanken sind frei..." erklingen. Und Jo Rothmund knüpfte daran an "...was könnten wir uns Schöneres wünschen im Wahljahr?!" Der DOL sei es wichtig, mit den Bürgern in Kontakt zu kommen, um "gute Lösungen für uns und die Stadt zu finden". Vorn angestellt würden dabei ökologische und soziale Themen. Die Kommunalwahl biete Anlass, sich Gedanken über die nächsten 5 bis 20 Jahre zu machen, anknüpfend an das von Bürgern miterarbeitete Waldkircher Leitbild. Rothmund nannte hier vier Schwerpunktbereiche: zum Thema Stadtentwicklung Stichpunkte wie flächenschonend, im Bürgerdialog und genossenschaftlich; im Themenfeld Verkehr dessen Minderung und Beruhigung sowie Ausbau des ÖPNV. Zum Thema gesellschaftlicher Zusammenhalt gehöre, dass man Bürgerbeteiligungsprozesse in Waldkirch nicht nur anstoßen, sondern auch die Ergebnisse zügig umsetzen sollte. Mit inzwischen 50 Wohnungslosen in Waldkirch müsse man sich auch wieder mehr mit der Frage beschäftigen, wie man den Schwächsten der Gesellschaft zur Seite steht. Das Thema Energiewende/Klimaschutz kam bei Jo Rothmund vergleichsweise kurz, aber das lag daran, dass dieses durch den Klimaschutzmanager Philipp Oswald separat behandelt wurde. Rothmund freut sich jedenfalls, dass der Klimaschutzarbeitskreis und das -konzept vorankommen, auch wenn, so Rothmund, sich noch immer kein Windrad am Kandel drehe. Für die Kommunalwahl wünscht sich Rothmund: "Mischen Sie sich ein, tragen Sie mit zu einer hohen Wahlbeteiligung bei und helfen Sie zu verhindern, dass diejenigen Oberwasser bekommen die gesellschaftlichen Zusammenhalt, Energiewende und Demokratie in Frage stellen."

Unterstützung für die Anliegen des Waldkircher Beirats für Menschen mit Behinderung wünscht sich Peter Witz. "Wir wollen mitten im Leben dabei sein" und keine Sonderrolle spielen, sagte er. Als nächste Ziele will der Beirat die nicht barrierefreien Übergänge über die Lange Straße in Höhe Marktplatz/Engelstraße und Rettungszentrum angehen.

Philipp Oswald, Klimamanager des Landkreises Emmendingen, ging auf Ziele ein, die sich der Landkreis selbst gesetzt hat: bis 2030 den Strombedarf und bis 2050 den Wärmebedarf aus erneuerbaren Energiequellen vor Ort zu decken. Beim Strom sind bislang etwa 25 Prozent erreicht. "Aus meiner Sicht wird das Ziel ohne weitere Windkraft nicht zu erreichen sein." Auch aus Gründen der Generationengerechtigkeit müsse diese globale Aufgabe noch stärker angepackt werden. Aus Oswalds Worten klang durch, dass solche Signale wie ein Kohleverstromungsausstieg bis 2050 sowie Diesel- und Tempolimit-Aufschrei nicht die richtigen sind. "Dass wir das Kohlendioxid in der Atmosphäre senken müssen, ist den meisten bewusst – aber es stellt sich die Frage, ob wir schon genug tun."

Schoch stimmte zu: "Klimaschutz funktioniert nur, wenn er auch vor Ort stattfindet". Die Kommunalwahl werde auch dafür mit Weichen stellen – ebenso wie die Europawahl für den Frieden und die Zusammenarbeit über Grenzen hinweg. Gemeinderätin Sultan Atay dankte all jenen, die zur Kommunalwahl ihre Ideen und Unterstützung einbringen.