GANZ NEBENBEI: Fasnet im März

Bernd Fackler

Von Bernd Fackler

Sa, 16. Februar 2019

Waldkirch

Fast frühlingshafte Temperaturen Mitte Februar. Und in zwei Wochen erst ist Fasnet. Die Vorbereitungen laufen überall auf Hochtouren: Straßenfähnchen aufhängen, Narrenzeitungen verkaufen, proben, Kulissen bauen, dichten... In Waldkirch lässt "Stadtorgler" Karl-Heinz Kury täglich die Narrenmärsche erklingen: Aus Waldkirch, Elzach, aber auch aus Rottweil, Oberndorf und Überlingen. Im Schaufenster der Drogerie Fischer in Elzach, wo früher der "Päpli", Zunftmeister Richard Fischer, Chef war, sind – neugierig und oft per Handy fotografiert – die Fasnetsunndig-Termine für die nächsten zehn Jahre verewigt. Nur noch einmal, 2025, fällt dieser in den März (2. März), am frühesten ist er 2027, nämlich am 7. Februar. Aber es geht noch früher und noch später: Frühestmöglicher Termin überhaupt wäre für Fasnet-Sunndig der 31. Januar, der späteste am 7. März – aber beides kommt fast so selten vor, wie wenn Weihnachten auf Ostern fällt.

Party im Städtli

Wonderful! In der Engelstraße in Waldkirch preiste diese Woche ein Einheimischer seinen Besuchern aus einem englischsprechenden Land die Vorzüge des Kandelstädtchens an: "And if you want to stay longer, you have to see Carneval: Waldkirch is very known für the Schmutzig’ Dunschdig, you know; there is party everywhere!"Alle alles kapiert? Falls nicht: Für Übersetzungen fragen Sie Ihre Kinder oder Enkel oder the big Narrenvogt of Krakeelia, der kann auch ziemlich gut Englisch.

Duwak im Muul

Einspruch aus Endingen zum "kleinen Elztälerisch-Kurs für Henning Scherf", der hier vor einer Woche veröffentlich war. Darin stand: Schick = Schnupftabak. Der BZ-Leser vom Kaiserstuhl fragt: "Isch Schick nit Kautabak? Ihr wärä doch nit Schnupfdüwak ins Mül nämmä und dann üsspuckä, dass des dann rumlit wiä ä Schick in dr Kurvä?" Der Mann hat recht, Schick ist Kautabak oder soll man sagen, war? Denn das Tabakkauen ist aus der Mode gekommen. Früher waren in Wirtschaften für diese spezielle "Schickeria" extra Spucknäpfe aufgestellt. Woran man sieht: Manchmal ist an der guten, alten Zeit vor allem gut, dass sie vorbei ist.

Mut im Herz

Nach längerer Zeit treffen sich zwei ehemalige Schulkameraden. Auf die übliche Frage: "Und, wie goht’s?" antwortet der eine: "Hm s’derft besser si." – "Wurum, was hesch?" – "Weisch, ich hab in letzter Zit mit em Herz z’due." – "Ha, sell brucht Di nit beunruhige! S’Herz hebt, solong Du lebsch!"

Elsass im Blick

Die Worte zum Wochenende kommen von dem vor einer Woche im Alter von 87 Jahren verstorbenen Straßburger Grafiker, Schriftsteller und Illustrator Jean-Thomas = Tomi Ungerer: "Ich ziehe die Freude dem Glück vor", "Liebe ist ein Abgrund mit Sprungbrett". "Ich will stehend begraben werden. Mein Grab soll ein Fahrstuhl mit Sehschlitz sein, damit ich auf Knopfdruck aufsteigen und über die elsässische Ebene blicken kann."