Tierschutz

Warum den einen essen, den anderen streicheln?

Daniela Hohler

Von Daniela Hohler (Rheinfelden)

Do, 14. Januar 2021

Leserbriefe

Zu: "Kastration nur noch mit Betäubung", Beitrag von Bernhard Walker (Wirtschaft, 22. Dezember)

Ab 2021 wird die betäubungslose Kastration männlicher Ferkel verboten sein. Nach jahrelanger Diskussion soll diese Tierquälerei jetzt also tatsächlich aus dem Schweinestall verbannt werden? Ich bin und bleibe skeptisch. Bisher hat sich der Bauernverband erfolgreich gegen mehr Tierwohl im Umgang mit den sogenannten Nutztieren durchgesetzt. Und auch dieses Mal wird es nicht besser für die Tiere werden. Schlimm genug, dass ein Laie, der keinerlei veterinärmedizinische Ausbildung hat, Tiere kastrieren darf, jetzt soll er nach einem Sachkundenachweis auch noch in der Lage sein, die Ferkel in Vollnarkose zu legen.

Kein Hundehalter würde seinen Hund von einem Laien kastrieren lassen. Das Kupieren der Schwänze, die Zwingerhaltung – verpönt. Kein Auslauf, keine Beschäftigung? Undenkbar! Schließlich wäre das keine artgerechte Haltung. Im Schweinestall dagegen: immer noch grausamer Alltag. Dabei sind Schweine unseren geliebten Hunden sehr ähnlich. Warum also den einen essen, den anderen streicheln? Daniela Hohler, Rheinfelden