Alltagswissen

Warum schütteln wir uns zur Begrüßung die Hände?

Thomas Goebel

Von Thomas Goebel

Sa, 21. November 2020 um 13:58 Uhr

Bildung & Wissen

"Menschen sind eine soziale Spezies, Beziehungen herzustellen ist ihnen enorm wichtig", sagt Wulf Schiefenhövel, Anthropologe am Max-Planck-Institut für Ornithologie in Seewiesen.

Dafür seien Begrüßungsrituale wie Lächeln, Kopfneigungen oder Gesten mit der Hand bedeutsam. "Schon bei unseren Cousins, den Primaten, können wir Berührungen zur Begrüßung beobachten."
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Die Hand sei empfindsam und beweglich, deshalb eigne sie sich besonders zur Kontaktaufnahme. Historisch hätten sich dazu verschiedene Gesten entwickelt: "Solche Rituale sind biologisch basierte Verhaltensweisen, die dann kulturell überformt werden."

Das Händeschütteln sei wohl in Europa entstanden und habe sich heute fast weltweit verbreitet, "vielleicht, weil man dabei besonders viel über den anderen erfahren kann". In manchen Kulturen werde diese Form allerdings als unpassend empfunden; auch in England seien Damen lange mit Verbeugung statt Handschlag begrüßt worden.

Spannend findet Schiefenhövel, dass sich Menschen in Corona-Zeiten Ersatzrituale wie den Ellenbogencheck suchen: "Wir haben eben ein Bedürfnis, Kontakt aufzunehmen."

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