WAS NOCH WAR: Zu nah

Dora Schöls

Von Dora Schöls

Sa, 11. September 2021

Kolumnen (Sonstige)

"Warum darf denn die Frau Stöcker direkt am Rathaus hängen?" Nachdem die CDU mit ihren Plakaten für die Bundestagswahl zunächst gar nicht in der Innenstadt vertreten war, wundert sich nun der SPD-Direktkandidat auf Wahlkampf-Tour in Rheinfelden über die Plakate im Kastanienpark. Nicht weil die echte Diana Stöcker im Rathaus zu finden ist. Sondern weil Rathäuser politisch neutral bleiben sollen bei Wahlkämpfen. Die Plakate dürfen nicht zu nah hängen, auch nicht an Schulen oder den Wahllokalen. Nachfrage bei Frank-Michael Littwin, Bürgerbüroleiter. Stimmt, die Plakate müssten 20 Meter Abstand einhalten. Dagegen verstoße aber nur eines, und zwar nicht das von der CDU: Die Europa-Partei Volt hat ein Plakat direkt an der Rathaustreppe aufgehängt. Das sei zu nah, sagt Littwin. Man habe die Partei aufgefordert, das Plakat zu entfernen. CDU, Linke und V-Partei dürfen also weiter direkt vorm Rathaus werben – bei dieser Parteienkombination vermutet wohl auch niemand eine zu große inhaltliche Nähe im Rathaus.

Zu viel

Da mussten wir nun so lange auf Ablenkung am Wochenende verzichten: Keine Konzerte, keine Ausstellungen, keine Feste. Irgendwie hatte man sich an die leeren Kalender der Pandemie schon gewöhnt – jedenfalls so weit, dass dieses Wochenende einen fast schon überfordert. Zwei Mal Kunst wird den Grenzach-Wyhlenern da geboten. "Die Kunst" im Haus der Begegnung und "Kunst in der Neuen Mitte" in Wyhlen, beides am Sonntag (wobei die Ausstellung in Grenzach noch die ganze Woche läuft). Nach Monaten des Darbens nun also die Qual der Wahl. Aber seien wir ehrlich, den Lockdown wünscht sich trotzdem niemand zurück. Oder?