Umweltschutz

Mit diesen 5 kleinen Beiträgen leistet man einen Beitrag zum Klimaschutz

Victoria Langelott, Hannes Lauber, Dora Schöls, Verena Pichler

Von Victoria Langelott, Hannes Lauber, Dora Schöls & Verena Pichler

So, 08. September 2019 um 14:33 Uhr

Weil am Rhein

Es gibt viele Wege das Klima zu schützen. Und jeder einzelne kann etwas tun. BZ-Redakteurinnen und BZ-Redakteure zeigen, mit welchen Kleinigkeiten sie einen Beitrag leisten.

Was könnte ein Einzelner schon ausrichten gegen all die Umwelt- und Klimaprobleme? Auf den ersten Blick wenig, auf den zweiten viel. Denn jeder noch so kleine Beitrag kann doch in der Summe zu einem größeren werden. Eine Übersicht mit 5 Beispielen von unseren Redakteuren

1. Töpfe aus Keramik für Reste (Victoria Langelott)

Es war für mich lange eine Selbstverständlichkeit: ein Rest Kartoffelsalat, Folie drüber, in den Kühlschrank. Obstsalat fertig, Folie drüber, damit sich keine Mücke hineinverirrt. Jedesmal Folie. Erst aus kostbarem, endlichem Erdöl hergestellt, einmal benutzt, weggeworfen und am Ende wahrscheinlich – wie so vieles, was im Gelben Sack landet – verbrannt. Eine Lösung musste her. Tupperware bot sich an. Allerdings: Auch sie besteht aus Kunststoff und hat die bekannten Begleiterscheinungen – Ressourcenverbrauch bei der Herstellung und offene Entsorgungsfrage am Ende.

Die Lösung kam für mich mit einem Geschenk: eine Porzellanschüssel mit Deckel. Das war so praktisch, dass ich gleich mehrere davon haben wollte. In der Haushaltsabteilung des Kaufhauses meiner Wahl gab es allerdings nur Plastikgefäße, so weit das Auge reicht. Da kam der Keramikmarkt in Kandern – alljährlich im September – gerade recht. Dort gibt es solche Gefäße in allen Formen und Farben. Der nächste Keramikmarkt sieht mich wieder, mir fehlt noch eine Größe. Alle Töpfchen lassen sich sich im Schrank übrigens gut stapeln, wenn man die Deckel umdreht.

2. Mit dem Rad zur Arbeit fahren (Hannes Lauber)

Die Bequemlichkeit des Menschen ist einer der größten Erfinder. Doch so oft sie die Menschheit vorangebracht hat, so sehr scheint sie sich in unseren Zeiten gegen uns zu wenden. Aus unserem Wunsch, möglichst unbeschwert durchs Leben zu gehen, erwachsen immer mehr Lasten für Natur und Klima. Denn immer häufiger setzen wir andere Energien ein, um unsere eigenen zu schonen. So lange das Pferd für uns lief, war das vielleicht noch in Ordnung.

Seit wir aber Motoren im Einsatz haben, geht das nur auf Kosten der Umwelt. Aber – muss eigentlich ein Fahrrad einen Elektroantrieb haben, wo man mit einem herkömmlichen Velo und eigener Muskelkraft doch so unglaublich weit und mit etwas Übung auch hoch hinaus kommen kann, was übrigens auch der Gesundheit dienlich ist? Nun mag man argumentieren, E-Bike fahren und dafür das Auto stehen lassen sei allemal besser. Klar – nur, all der verbrauchte Strom kann nicht nur aus regenerativen Quellen kommen. Zumal, wenn man den noch für Laubbläser, Nasenhaarschneider und Pfeffermühlen braucht.

3. Ausgespülte Eisboxen für Reste (Dora Schöls)

Meine Schwiegermutter liebt Eis. Wirklich, man kann getrost von Liebe sprechen. Dementsprechend ist ihr Verbrauch an Plastikeisboxen aus dem Supermarkt riesig. Weil nun aber die vielen Boxen unheimlich viel Plastikmüll mit sich bringen würden, wirft sie sie nicht weg, sondern spült sie aus – und verwendet sie als Tupperboxen. Das Tolle: Die Boxen halten ziemlich gut dicht und sind spülmaschinenfest. Weil ihr Eisverbrauch so groß ist, gibt es immer wieder Nachschub, sodass die ganze Familie an ihrer Eisliebe teilhaben kann und immer wieder Eisboxen von ihr bekommt. Meistens gut gefüllt, nach einem Besuch bei ihr oder einer Familienfeier, bei der am Ende jeder mit einer Eisbox voll mit Kuchen, Salat oder Lasagne nach Hause geht.

Inzwischen sammeln sich nicht nur Eisboxen, sondern auch Margarinetöpfe und wiederverschließbare Joghurtbecher im Schrank. Damit fühlt es sich auch nicht seltsam an, eine Viertelportion Nudeln im Kühlschrank aufzuheben, statt sie wegzuwerfen. Dafür scheint die kleine Margarinebox wie gemacht und beim nächsten Nudelauflauf kann man die Reste ja noch verwerten. So vermeiden wir Plastikmüll – und das Wegwerfen von Essensresten.

Wenn man dann im Supermarkt zusätzlich nicht zur Mango greift, die mit dem Klimakiller Flugzeug aus Mexiko gekommen ist, sondern vielleicht zur Birne vom Bodensee, spart man auch beim Inhalt der Eisboxen einiges an Treibhausgasen. Darüber hinaus ist der Blick der Kollegen, wenn man das erste Mal mit einer Schokoladeneisbox in die Mittagspause geht, in der sich die Pizzareste von gestern Abend verstecken, einfach köstlich.

4. Blöcke aus Druckerpapier (Verena Pichler)

Vom papierlosen Büro sind die Redaktionen der BZ weit entfernt, schließlich wird dort ein Printprodukt hergestellt. Bevor die jeweiligen Zeitungsseiten von Weil am Rhein, Bonndorf oder Rheinfelden digital zum Druck nach Freiburg geschickt werden, drucken die Redakteure sie auf A3-Papier aus. Bei der sogenannten Hängung wird so überprüft, ob die Layouts stimmen, sich kein Tippfehler in die Überschriften eingeschlichen hat oder zufällig das selbe Bild auf Seite 1 und Seite 3 ausgewählt wurde. Das ist sinnvoll, aber auch eine enorme Papierverschwendung. Hinzu kommt – leider –, dass immer noch viele Kollegen Mails gerne ausdrucken und einem auf den Tisch legen, statt sie einfach weiter zu senden. Seit vielen Jahren schon nutze ich dieses Papier für Notizen im Büro und schneide es mir immer auf A5-Format zurecht. So weit so gut – aber dennoch landet viel Papier im Mülleimer, denn so viel schreiben kann ich gar nicht, um alles aufzubrauchen. Vor etwa einem halben Jahr habe ich deshalb damit begonnen, die Suddelpapiere zu lochen und in einen Hefter zu stecken. Den nehme ich jetzt immer mit, wenn ich in Gemeinderatssitzungen gehe oder auf Vor-Ort-Termine. So muss für mich kein neuer Schreibblock hergestellt werden.

5. Fisselarbeit zur Mülltrennung: Folie von Papier trennen (Hannes Lauber)

Plastik sollte, darüber gibt es wohl kaum einen Zweifel mehr, weniger verwendet oder wenigstens so gesammelt werden, dass eine Wiederverwertung problemlos möglich ist, das heißt, getrennt von anderen Stoffen. Doch das ist leichter gesagt, als getan. Vor einem Tetrapack etwa muss man alle guten Vorsätze fahren lassen. Auch nur daran zu denken, die Kunststoffschichten von Kartonagen und anderen Verbundstoffen zu trennen, ist verlorene Liebesmüh. Aber selbst das, worin frische Wurst und Käse eingepackt werden, fordert einen heraus, wenn man es ernst nimmt mit der Mülltrennung. Was waren das noch für Zeiten, als Wurst und Käse ganz einfach in Pergamentpapier verpackt wurden, das man kurzerhand ins Altpapier werfen konnte. Heute wird die Lyoner der Optik wegen in eine klare Folie eingeschlagen, mal liegt der Käse in einem weißen Papier, das sich bei der Zerreißprobe als Kunststoff herausstellt, mal knistert außen zwar Papier, doch innen ist es mit einer Folie kaschiert. Papier und Folie zu trennen ist eine ziemlich fisselige Angelegenheit. Wer macht das schon? Ich! Und muss mich noch dafür aufziehen lassen.
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