Zum Musik machen ist es nie zu spät

Yvonne Siemann

Von Yvonne Siemann

Mo, 20. Mai 2019

Weil am Rhein

Einfach einmal ausprobieren, wie man Trompete bläst oder eine Harfe zum Klingen bringt – beim Musikschulfest war’s möglich.

WEIL AM RHEIN. "Alle meine Entchen", "Hänschen klein", "Ein Männlein steht im Walde", "Bruder Jakob" – noch etwas wackelig, aber durchaus erkennbar klangen diese Melodien auf Blockflöte, Klarinette oder Klavier durch das Alte Rathaus. Wer einmal schauen wollte, wie man einen Ton aus einer Trompete bekommt, wie ein Cembalo klingt oder ob einem doch eher das Fagott zusagt, hatte am Musikschulfest die Gelegenheit dazu und konnte dabei natürlich auch die Lehrer kennenlernen.

Immer beliebt sind Klavier und Gitarre ebenso wie die Streichinstrumente und die Querflöte, wo die Weiler Musikschule einen Schwerpunkt hat. Insgesamt konnten die kleinen und großen Besucher zwanzig Instrumente ausprobieren und auch die Rockband präsentierte sich im Gewölbekeller.

Die Kleinsten verschwanden fast hinter dem Schlagzeug, wurden vom kleinen Kontrabass überragt oder purzelten vom Sitzhocker, da sie mit den Füßen nicht auf den Boden reichten. Andere blieben vorsichtig in der Tür stehen, um sich das Ganze aus der Distanz anzuschauen. Doch auch einige Erwachsene nutzten die Gelegenheit, einmal die Saiten einer Harfe zu zupfen und ein Glissando auszuprobieren – schließlich ist es nie zu spät, ein Instrument zu lernen. "Das klingt im Körper ja richtig nach", meinte eine Frau begeistert. Lehrerin Dietgard Bluhm-Gehweiler hatte drei solcher Instrumente mitgebracht und erklärte damit, dass eine Harfe so auf der Schulter liegt, dass man ihr Gewicht fast nicht spürt und sie praktisch umarmt. Es gibt viele Parallelen zum Klavierspiel wie die Notation sowohl im Violin- wie auch im Bassschlüssel; im Vergleich zur Gitarre muss man die Saiten der Harfe jedoch relativ kräftig zupfen, denn "es muss richtig "bong" machen"! Dazu war auch Raum für Fragen nach dem Preis und den Finanzierungsmöglichkeiten für ein solches Instrument.

Alle Instrumente wurden auch während des Anfangs- und des Abschlusskonzerts präsentiert, ein Rahmen, der sich laut Musikschulleiter Karl Gehweiler bewährt hat: "Da sehen die Kinder andere Kinder in Aktion und bekommen die Musik authentisch mit." Das Programm reichte von der Musikalischen Früherziehung mit Piratenliedern über den Kinderchor "mini", den Streicherspielkreis und dem Kammermusikensemble bis hin zur Saz-Gruppe. Dazu gab es Einzelpräsentationen der Musikschüler auf verschiedenen Instrumenten mit Werken von Chopin, Mozart oder Ludwig Milde. Außerdem musizierte das Jugendorchester der Stadtmusik im Hof und Barbara Leitherer lud zum "Tanzen für alle" ein. Für die Bewirtung mit Würsten, Kaffee und Kuchen sorgte der Gesangverein Weil.

Zwar kamen weniger Besucher als letztes Jahr ans Musikschulfest, insgesamt ist Gehweiler jedoch zufrieden mit der Musikschule: "Es läuft alles in guten Bahnen und ich bin zufrieden. Die Qualität und die Akzeptanz in der Bevölkerung stimmen." Nächsten Samstag stehen schon das Grundstufenkonzert unter dem Titel "Der etwas andere Piratenschatz" und das Querflötenkonzert an, bevor vor den Sommerferien dann die Klassenvorspiele folgen.