Jägerkritik an Flutungsplänen

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mo, 04. Februar 2019

Kreis Emmendingen

"Zerstörung von Ökosystemen".

NÖRDLICHER BREISGAU/KAISERSTUHL (BZ). Den Hochwasserschutz stellt niemand in Frage, doch die im Rahmen des Integrierten Rheinprogramms (IRP) als Ausgleich geplanten ökologischen Flutungen rufen deutlichen Protest in den betroffenen Gemeinden der Region hervor (die BZ berichtete). Jetzt meldet sich auch die Kreisjägervereinigung Emmendingen zu Wort und bezieht kritisch Stellung zu den Flutungsplänen.

Als Naturschutzverband und Organisation von zirka 500 Jägerinnen, Jägern und Wildtierschützerinnen und Wildtierschützern im Landkreis Emmendingen protestiere man gegen die Pläne von Umweltminister Franz Untersteller, die Altrheingebiete im Landkreis an 60 Tagen im Jahr zu überfluten, betont die Kreisjägervereinigung in einer Pressemitteilung. "Nach unserer Kenntnis und Überzeugung handelt es sich bei diesen Plänen um eine völlig unnötige und gezielte Zerstörung empfindlicher und geschützter Ökosysteme, obwohl das seitens des Ministers kommunizierte Projektziel der Hochwasserrückhaltung vollumfänglich durch eine naturschonende Schlutenlösung zu erreichen wäre", heißt es wörtlich in der Mitteilung.

Bei der Bezeichnung "ökologische Flutungen" handele es sich nach Überzeugung der Vereinigung um einen "Etikettenschwindel" auf Kosten der Natur, der mit allem Nachdruck abzulehnen sei.

"Wir Jäger haben den gesetzlichen Auftrag, einen artenreichen und gesunden Wildbestand zu erhalten sowie die Pflege und Sicherung seiner Lebensgrundlagen zu gewährleisten", ist auf der Internetseite der Jägervereinigung zu lesen. "Nach unserer Überzeugung sind wir mit diesem expliziten, gesetzlichen Auftrag geradezu verpflichtet, der nachhaltigen Schädigung der Wildtierpopulationen und ihrer Lebensgrundlagen durch diese ministeriellen Flutungspläne entschlossen entgegenzutreten." Derart schädliche Eingriffe, wie man sie in den Flutungsplänen sehe, stünden auch im Widerspruch zu den geltenden Natur- und Tierschutzgesetzen.

Mehr Infos der Jägervereinigung unter http://mehr.bz/jaegerkritik