Viele konstruktive Ideen

Christiane Franz

Von Christiane Franz

Mo, 04. Februar 2019

Weisweil

Weisweiler beteiligten sich am Bürgerworkshop im Rahmen des Gemeindeentwicklungskonzepts .

WEISWEIL. 35 Bürger waren der Einladung zum Bürgerworkshop am Donnerstagabend gefolgt. Nach einer Einführung machten sie sich daran, zu fünf Themenbereichen der Ortsentwicklung Stellung zu nehmen. Bürgermeister Michael Baumann zeigte sich von den Anregungen positiv überrascht.

"Ich find’s klasse, dass wir trotz weniger Personen ganz viele Rückmeldungen haben. Wir nehmen sie mit und werden uns leiten lassen", sagte Baumann. Der Bürgermeister hatte eine etwas höhere Beteiligung erwartet. Viele der angesprochenen Themen seien solche, die auch ihm und dem Gemeinderat nicht fremd seien oder gar "unter den Nägeln brennen".

Jutta Breidschwerd vom Institut für kommunikatives Handeln und Matthias Weber vom Büro Kommunalkonzept erläuterten die Vorgehensweise und Zielsetzung des Gemeindeentwicklungskonzepts Weisweil 2030. Das Zusammenspiel aller Lebensbereiche sollten die Bürger beim Bürgerworkshop ins Auge fassen mit dem Ziel, dass "Weisweil ein attraktiver Ort für alle Lebenslagen ist".

Um Impulse zu setzen, ging Breitschwerd unter anderem auf die Bevölkerungsstruktur ein. 2139 Einwohner zählt Weisweil. Der Altersdurchschnitt von 37,7 Jahren liegt deutlich unter dem des Landkreises. Im Jahr 2035 geht Breitschwerd von einem Altersdurchschnitt von 47,1 Jahren aus, da die jungen Erwachsenen berufsbedingt den Ort verlassen. Deshalb seien besonders Überlegungen wie die zu einer Pflegeeinrichtung von Bedeutung. Weber erinnerte an die erste Sanierungsmaßnahme "Ortskern" als städtebauliche Entwicklung, mit der die Attraktivität des Ortes gestärkt sei.

Dann machten sich die Bürger an die Arbeit. Im Rundgang konnten zu fünf Themenbereichen Anregungen oder Wünsche formuliert und an die Wand gepinnt werden. Die Ergebnisse stellten die jeweiligen Moderatoren am Ende vor.

Günstiger Wohnraum und medizinische Versorgung

Günstiger Wohnraum in kleinen Wohneinheiten und Wohnraum für Familien war ein Schwerpunkt, den Jürgen Pflieger unter dem Thema "Städtebauliche Entwicklung, Wohnen" zitierte. Kommunaler Wohnungsbau wurde ebenso angeregt wie die Aktivierung leerstehender Gebäude und eine Nachverdichtung.

Das Thema "Wirtschaft" bilanzierte Bürgermeister Michael Baumann. Der Wunsch nach einem Allgemeinmediziner stand hier an erster Stelle. Auch wurde angeregt, im geplanten Seniorenheim einen Raum vorzusehen, der abwechselnd von Fachärzten und Physiotherapeuten genutzt werden könne. Genannt wurde auch, neue Gewerbe anzusiedeln sowie den Kontakt mit bestehenden zu intensivieren. Im Bereich Tourismus wurden die Schaffung von Wohnmobilstellplätzen und ein Campingplatz angedacht.

Ganz zufriedene Wortmeldungen konnte Brigitte Panhölzl vom Thema "Leben" vermelden. Die Vereine böten ein "reichlich gutes Angebot". Wichtig ist den Bürgern der Erhalt der Räumlichkeiten für die Vereine. Vereinzelte Anregungen bezogen sich auf eine Bücherei, flexiblere Betreuungszeiten für Kinder oder die Wartung der Spielplätze.

Die meisten Zettel fanden sich unter "Mobilität". Die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr zu verbessern stand laut Matthias Weber ebenso zu lesen, wie Überlegungen zu Anruftaxis oder einem Bürgerbus. Genannt wurden auch das Parken im Ort, barrierefreie Gehwege und bessere Radwegverbindungen. Ein Schwerpunkt waren Überlegungen, die Ortsdurchfahrt für den Durchgangsverkehr unattraktiv zu gestalten.

Unter "Natur, Energie und Nachhaltigkeit" vermeldete Christina Hummel aktuell die Forderung nach dem Erhalt des Rheinwaldes durch die Schlutenlösung. Verbesserte Straßenbeleuchtung, stabiles Internet und die Nahversorgung waren hier weitere Stichpunkte.

Infos zum Konzept und Ergänzungen unter http://www.weisweil2030.de