Wenn eine Krankheit das Leben schlagartig verändert

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Do, 12. Dezember 2019

Lahr

Die BZ-Aktion Weihnachtswunsch unterstützt die Arbeit des Caritasverbands Lahr, der Menschen in Not unbürokratisch hilft.

LAHR (BZ). Aus den Mitteln der BZ-Aktion Weihnachtswunsch hat der Caritasverband Menschen in prekären Lebenssituationen eine spürbare finanzielle Entlastung und zugleich menschlichen Beistand gegeben. Die Spende erweisen sich als besonders hilfreich, wo rasche und unbürokratische Hilfe nötig war. Die Unterstützung erreicht insbesondere Menschen mit sehr geringem Einkommen. Der Caritasverband schildert einige Fälle, in denen geholfen werden konnte.

Neuer Pass: Eine junge Frau zieht aufgrund von häuslicher Gewalt bei ihrem Ehemann aus. Bisher hatte sich ihr Mann um Alltagsdinge gekümmert und die Wohnung gemietet. Ihr Einkommen aus einem Minijob ging auf sein Konto. Glücklicherweise kommt sie erst einmal bei einer Arbeitskollegin unter. Als sie ein Konto eröffnen möchte, bemerkt sie, dass ihr Ausweis abgelaufen ist. Ohne gültiges Dokument kann sie kein Konto eröffnen. Die junge Frau wird durch die Caritas beraten und die Kosten für Passfotos und die Verwaltungsgebühr werden durch die BZ-Spenden übernommen. Dadurch kann die Frau ihr erstes eigenes Konto eröffnen und Sozialleistungen beantragen, bis sie einen neuen Job gefunden hat.

Stromrechnung: Frau K. berichtete in der Sprechstunde von einem bisherigen guten Leben. Erfolgreich hatte sie ihre Kinder großgezogen, sie und ihr Mann waren berufstätig. Doch dann erkrankte ihr Mann und das Leben veränderte sich schlagartig. Ihr Mann musste rund um die Uhr betreut werden. Die jüngste Tochter bot an, zu ihren Eltern zu ziehen und zu helfen. Es wurde eine geeignete Wohnung gefunden, welche für den pflegebedürftigen Mann und die erwachsene Tochter passte. Frau K. reduzierte deutlich ihre Arbeitsstunden, um ihren Mann zu pflegen. Als die Tochter wegen ihres Berufs umziehen musste, fiel ein Lohn weg und das Ehepaar hatte plötzlich eine deutliche Mehrbelastung. Die finanzielle Situation spitzte sich zu. Als die Strom- und Nebenkostenabrechnung kam, konnte sich Familie K. nicht mehr helfen. Die Ersparnisse waren aufgebraucht und das Begleichen der Nachforderungen führte dazu, dass die Familie nicht mehr regelmäßig ihre Abschläge bezahlen konnte. Es drohte die Stromsperre. Nach einer Teilzahlung, finanziert durch die BZ-Mittel, ließ sich der Stromanbieter auf eine Ratenzahlung ein, welche in der Höhe für das Paar tragbar war.
Mietschulden: Aufgrund einer schweren Erkrankung und Krankengeldbezug reduziert sich das Einkommen der Familie T. erheblich. Sozialleistungsanträge werden zu spät gestellt und es kommt zu einer noch überschaubaren Verschuldung. Die Not ist groß, als den Eheleuten und ihren drei Kindern wegen Mietschulden der Wohnungsverlust droht. Die Caritas gewährt eine Soforthilfe und vermittelt eine Beihilfe beim Linzer Fonds des Erzbischofs. Die restlichen Mietschulden werden in Raten von Familie T. gezahlt.

E-Book-Reader: Frau L. leidet an einer Augenkrankheit und sieht immer schlechter. Sie kann nicht mehr arbeiten und erhält Krankengeld. Durch den Wegfall des Berufs fällt sie in die soziale Isolation. Als Frau L. erzählt, dass sie früher immer gelesen habe, kommt die Idee auf, einen E-Book-Reader auszuprobieren, da dort die Schriftgröße beliebig eingestellt werden kann. Nach einem erfolgreichen Versuch unterstützt die Caritas den Kauf eines E-Book-Readers.

Spendenkonten der BZ-Aktion Weihnachtswunsch: Volksbank Lahr: BIC: GENODE61LAH, IBAN: DE72 68290000 0001 2222 01; Sparkasse Offenburg/Ortenau: BIC: SOLADES1OFG, IBAN: DE85 66450050 0076 000555. Überweisungsträger liegen in der BZ-Geschäftsstelle am Urteilsplatz aus. Die Namen der Spender werden in der Badischen Zeitung veröffentlicht. Wenn keine Namensnennung erwünscht ist, auf dem Überweisungsträger mit dem Wort "Anonym" vermerken.