Weinbau

Wetter stellt Winzer auf die Probe

Moritz Frey, Klasse 9b, Erasmus-Gymnasium

Von Moritz Frey, Klasse 9b, Erasmus-Gymnasium (Denzlingen)

Mi, 05. Januar 2022 um 16:30 Uhr

Schülertexte

Die Wetterlage und das Coronavirus im Jahr 2021 machte es auch Winzern schwer: Die einen litten an Frostschäden im April, andere unter Flutkatastrophen und wieder andere hatten mit Mangel an Saisonarbeitskräften zu kämpfen.

Um den Jahrgang zu retten, blieb nur das bange Hoffen auf sonnige Tage oder die Umstellung auf konventionellen Weinbau.

Schon im April erlitten die Rebanlagen teils starke Frostschäden, der Weingütern ohne Versicherung zum Verhängnis wurde. Darauf folgte Nässe, die Pilzinfektionen als Folge brachte. Ökologische Weingüter hatten besondere Schwierigkeiten aufgrund des Dauerregens, der Spritzeinheiten in gewissen Abständen nicht möglich machte. Manche Winzer stellten kurzfristig auf konventionellen Weinbau (Verwendung von erlaubten Pestiziden gegen Rebkrankheiten und Schädlinge) um, damit sie noch genügend Ertrag aus dem "Katastrophenjahr" herausholen konnten.

Hinzu kamen für manche Betriebe die Überflutungen von Mitte Juli im Ahrtal, die nicht nur Betriebe und Weinvorräte im Wert von 50 Millionen Euro zerstörten, sondern auch rund zehn Prozent der 563 Hektar großen Rebflächen niedermachten. "Dennoch war man dort zuversichtlich, von den unbeschädigten Weinbergen und der Solidarität der Weinbranche einen guten Jahrgang einbringen zu können", so das Deutsche Weinbauinstitut.

Mitte September bereiteten sich die Winzer auf die Weinlese vor und unternahmen letzte Vorbereitungen. Daraufhin trat für viele Betriebe ein nächstes Problem auf, nämlich fehlende Erntehelfer beispielsweise aus Rumänien oder Polen. Das Coronavirus war dort präsenter als in Deutschland. Viele Ortschaften rutschten in die rote Zone, so infizierten sich potenzielle Arbeitskräfte und eine gewisse Unsicherheit trat auf. Deswegen stand der Jahrgang 2021 unter keinem guten Stern und der Slogan der badischen Winzer "Wein – von der Sonne verwöhnt" traf in diesem Jahr ganz sicher nicht zu.

Trotz des schlechten Jahres freuen sich die meisten Winzer über die kleine Menge und gute Qualität, die sie in diesem Jahr erarbeiten konnten, auch wenn Aufwand und Ertrag nicht gleich gewichtig waren. Sie hoffen nun auf ein besseres Jahr 2022 und machen weiter…