Erklär’s mir

Wie kommen Kinder auf einen Thron?

Otto Schnekenburger

Von Otto Schnekenburger

Sa, 22. Februar 2020 um 10:36 Uhr

Erklär's mir

Obwohl er erst vier Jahre alt war, wurde der Dalai Lama schon damals als sehr wichtiger Mensch in einer der Schulen des tibetischen Buddhismus – das ist eine Religion – erkannt.

Von da an wurde er von den anderen mit "Eure Heiligkeit" angesprochen. Früher wurden Kinder auf der ganzen Welt sogar öfters zu Kaisern oder Königen ernannt. Das war so, wenn ein König starb, seine Kinder aber noch nicht erwachsen waren. Oft gab es dann erwachsene Menschen im Umfeld des Kindes, die in Wirklichkeit die Entscheidungen fällten, indem sie dem Kinder-König sagten, was er machen musste. Das war zum Beispiel beim Pharao Tutanchamun so, der erst neun Jahre alt war, als er in Ägypten zum Pharao ernannt wurde. Von 1332 bis 1323 vor Christus hat er "regiert" und ist dabei von hohen Beamten und Priestern beeinflusst worden. Im Römischen Reich und auch im Mittelalter gab es mehrere Kinder, die zum Kaiser oder zum König ernannt wurden. Maria Stuart wurde zu schottischen Königin ernannt, als sie nur ein paar Tage auf der Welt war. Noch vor etwas mehr als 100 Jahren gab es in China mit Pu Yi vier Jahre lang einen Kaiser, der erst zwei Jahre alt war, als er ernannt wurde. Der allerjüngste von allen Kinder-Königen war aber wohl Schapur II. von Persien, der von 309 bis 379 gelebt hat. Er wurde schon im Mutterleib gekrönt, die Krone wurde seiner Mutter einfach auf den Bauch gelegt.