Windenergie

Wir finanzieren Klotz am Bein der Energiewende

Werner Roos (Titisee-Neustadt)

Von Werner Roos (Titisee-Neustadt)

Mo, 23. März 2020

Leserbriefe

Zu: "Yulia sorgt für Rekord", Agenturmeldung (Wirtschaft, 25. Februar)
Die Erfolgsmeldungen zum Windstromrekord von Sturmtief Yulia (Einspeisung von 46,2 Gigawatt am 22. Februar) klingen wie Pfeifen im Walde. Denn Volkswirtschaft und Bürger haben davon nicht profitiert. Im Gegenteil: Obwohl die konventionellen Kraftwerke entsprechend gedrosselt wurden, fand ein erheblicher Teil des Rekordstroms keine Abnehmer und wurde ins europäische Verbundnetz exportiert. Allerdings war der Börsenpreis zur Zeit von Yulia meist negativ.

Zählt man die Windstromerträge aus mehreren Orkantiefs zusammen, kommt man zu einem weiteren Rekord: In der letzten Woche stammten circa 55 Prozent des in Deutschland produzierten Stroms aus Windenergie. Auch dies ist kein Erfolg einer sinnvollen Energiewende, denn für die riesigen Lücken zwischen den Stürmen waren die konventionellen Kraftwerke unabdingbar, wie auch für die zu erwartenden Flauten im weiteren Jahr.

Wir brauchen nicht Stromerzeugung um jeden Preis, sondern eine effiziente, am Bedarf orientierte Versorgung der Bürger und der Industrie. Wenig begeistert von den Spitzenleistungen der Windenergieanlagen waren die in ihrer Umgebung lebenden Bürger, die ein Maximum an akustischen Emissionen zu ertragen hatten. Wann werden genug Bürger erkennen, dass wir damit kein Vorbild , sondern einen Klotz am Bein der Energiewende finanzieren? Werner Roos, Titisee-Neustadt