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Wie BZ-Redakteure die Prozesse im Staufener Missbrauchsfall erleben

Lisa Böttinger

Von Lisa Böttinger

Mi, 25. Juli 2018 um 18:00 Uhr

Freiburg

BZ-Plus Der Staufener Missbrauchsfall beschäftigt die Region. BZ- Redakteure sind an jedem Prozesstag im Gerichtssaal, erleben Angeklagte, Richter, Ermittler, Zeugen – und hören Details der grausamen Taten. Was macht das mit ihnen?

BZ: Der Prozess gegen die beiden Hauptangeklagten im Staufener Missbrauchsfall erhält nationale Aufmerksamkeit. Trotzdem sind nicht an allen Verhandlungstagen Vertreter überregionaler Medien vor Ort. Sie hingegen haben jeden einzelnen Tag im Gericht verfolgt. Wie hält man die Details dieser Taten aus?
Rüskamp: Die Tatdetails sind vor allem in der Anklage laut geworden, anschließend nur noch sporadisch. Der schlimmste Teil des Prozesses ist der, in dem zur Beweisaufnahme Filme und Bilder gesichtet werden müssen. Dann werden Medienvertreter und Publikum ausgeschlossen.
Buchheim: Was bei mir hängen bleibt, sind kleine Details: Zum Beispiel, dass es im Zuhause des Jungen ein Foto gab, das ihn mit einem seiner Peiniger, seiner Mutter und Christian L. in einer Wasserbahn im Europa-Park zeigt.

Die Verfahren im Staufener Missbrauchsfall
Der jahrelange schwere sexuelle Missbrauch eines Jungen aus Staufen beschäftigt seit Jahresbeginn die Region. Christian L. und Berrin T. sollen den heute zehnjährigen Sohn von Berrin T. und ein dreijähriges Mädchen missbraucht haben und den Jungen gegen Geld weiteren Männern zum Missbrauch überlassen haben. Das Hauptverfahren gegen Berrin T. und Christian L. nähert sich nach zehn Verhandlungstagen seinem Ende: Das Urteil gegen sie soll am 7. August verkündet werden. Drei Männer sind in separaten Verfahren am Landgericht Freiburg bereits verurteilt worden, gegen einen vierten beginnt am Donnerstag der Prozess.
BZ: Gibt es andere Zwischentöne, die vor Gericht die Monstrosität des Falles deutlich machen – abgesehen von der Anklageschrift?
Rüskamp: Man spürt, dass Christian L. nicht immer spricht, wie er es vor Gericht tut. Das zeigen vor allem die Chat-Dialoge zwischen ihm und Berrin T., die im Saal verlesen wurden – über das, was sie mit dem Jungen vorhaben. Das Schlimme daran ist nicht die ordinäre und menschenverachtende Wortwahl von Christian L. Es ist die Kälte gegenüber dem Kind, dem Opfer, die da herauskommt. Das überfällt einen im Gegensatz zur Anklage ohne jede Vorwarnung.

BZ: Was macht das mit Ihnen?
Rüskamp: Das Verrückte ist ja: Worüber die beiden im Chat reden, das ...

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