China

Wird das erste sozialverträgliche Smartphone aus China seinem Namen gerecht?

Hannes Koch

Von Hannes Koch

Sa, 19. Juli 2014

Wirtschaft

Das erste angeblich sozialverträgliche Smartphone kommt aus China – doch der Fairness sind beim Fairphone Grenzen gesetzt.

Erfolg – und alle können ihn sehen. Das Porträtfoto des Arbeiters Zhu Yu wird an die Wand der Eingangshalle projiziert – neben die Gesichter der anderen. 18 Kollegen vertreten von nun an die Interessen der Beschäftigten – und Zhu ist einer von ihnen. "Ich bin stolz", sagt der 21-Jährige, der in der Guohong-Fabrik in China Smartphones zusammenbaut, die man auch in Deutschland kaufen kann. "So eine Wahl gab es hier vorher noch nie."

27 Kollegen haben ihm ihre Stimme gegeben. Nicht viele angesichts der Belegschaft von etwa 700. Aber es hat gereicht. Was hier gerade stattfindet, ist ein soziales Experiment, ein kleiner Versuch von Mitbestimmung in einem Land, in dem frei gewählte Vertretungen von Arbeitnehmern eigentlich nicht existieren.

Die Firma Guohong, die etwa fünf Millionen Smartphones jährlich herstellt, ist ein Zwerg im Vergleich zu Weltmarktfabriken wie Foxconn, die Hunderte Millionen Telefone, Tablets und Laptops im Auftrag von Apple oder Samsung ausstoßen. Aber Guohong ist ein besonderer Betrieb – er kooperiert mit Fairphone aus Amsterdam. Die niederländische Firma hat einen ziemlich großen Anspruch: Sie will erstmals beweisen, dass man Smartphones unter Bedingungen herstellen kann, die sozial und ökologisch halbwegs akzeptabel sind.

In Fabriken, die für Apple produzierten, sprangen Arbeiter vom Dach in den Tod, weil sie den ...

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