Frauen und Männer fordern Gleichstellung

Savera Kang

Von Savera Kang

So, 16. Juni 2019

Wirtschaft

Der Sonntag Schweizer Frauenstreik mobilisiert Hunderttausende.

Am Freitag gingen schweizweit Hunderttausende auf die Straße, um für Gleichstellung, gegen Sexismus und Gewalt gegen Frauen zu demonstrieren. Der Tag begann mit dezentralen Aktionen in vielen Städten, aber auch kleinen Orten der Schweiz um 7 Uhr.

Bereits in der Nacht auf Freitag hatten Aktivistinnen das Frauenstreiklogo auf das höchste Gebäude des Landes, den Turm des Pharmakonzerns Roche in Basel, projiziert. Die Firma machte sich den Aufruf zu eigen und sprach sich auf der Bilderplattform Instagram für "Vielfalt, Inklusion und die Chancengleichheit der Geschlechter" aus.

In sozialen Netzwerken solidarisierten sich zahlreiche weitere Firmen, Politiker, Privatpersonen und Teams – auch solche, die nur aus Männern bestehen. Auf den Straßen waren lilafarbene Fahnen zu sehen, die aus Fenstern gehängt wurden, mit Pins und Aufklebern symbolisierten Menschen ihre Unterstützung.

Frauen im ganzen Land traten in den Streik, ab 15.24 Uhr versammelten sie sich an zentralen Orten, um später zu demonstrieren. Die Uhrzeit wurde gewählt, weil eine Rechnung besagt, dass Frauen ab dieser Zeit gratis arbeiten, während ihre männlichen Kollegen bis Feierabend weiterverdienen. An der Abschlusskundgebung in Basel sollen 40 000 Frauen und Männer teilgenommen haben, wie unter anderem die BZ Basel schreibt, für Zürich wurde die Zahl sogar auf 160 000 nach oben korrigiert.

Demnach nahmen landesweit allein an den Abschlusskundgebungen an die 300 000 Menschen teil, die dezentralen Aktionen über den Tag verteilt nicht mitgerechnet. Der Verkehr kam teilweise zum Erliegen.

Die Forderungen waren vielfältig und zum Teil sehr konkret: Tampons und Binden werden in der Schweiz beispielsweise nicht wie Güter des täglichen Bedarfs besteuert, sondern mit einer höheren Mehrwertsteuer (auch in Deutschland werden 19 Prozent fällig, nicht die auch möglichen sieben Prozent). Und eine Elternzeit, die Mutter und Vater sich teilen, ist nicht vorgesehen.

Im Herbst wollen einige Organisatorinnen evaluieren, ob die Politik hinreichende Maßnahmen dagegen ergriffen hat und wie es andernfalls weitergehen soll. Das Datum war in Anlehnung an den ersten Schweizer Frauenstreik gewählt worden: Am 14. Juni 1991 hatten sich rund eine halbe Million Frauen beteiligt, einige Forderungen von damals gelten bis heute. kng