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dpa, afp

Von dpa & afp

Mo, 17. Juni 2019

Wirtschaft

Anstieg um zwei Prozent — Kritik an Altmaier — Statistiker sorgen sich — Milliarden für Anwälte

STROMPREISE

Anstieg um zwei Prozent

Strom ist für viele Verbraucher in Deutschland im ersten Halbjahr 2019 teurer geworden. Nach Berechnungen des Vermittlungsportals Check 24 stieg der durchschnittliche Preis um zwei Prozent. Eine vierköpfige Familie mit 5000 Kilowattstunden Jahresverbrauch zahle jetzt 1468 Euro im Jahr, 31 Euro mehr als zu Jahresbeginn. Besonders teuer ist die Grundversorgung: Drei Viertel der 800 Anbieter in Deutschland hätten die Preise dieses Tarifs erhöht – im Schnitt um fünf Prozent.

WIRTSCHAFTSWEISER

Kritik an Altmaier

Der Chef der sogenannten Wirtschaftsweisen, Christoph Schmidt, hat die Industriestrategie von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) kritisiert. "Wenn mich der Wirtschaftsminister vorher um Rat gefragt hätte, hätte ich ihm davon abgeraten, dieses Papier so zu schreiben", sagte Schmidt in Berlin. "Man wäre schlecht beraten, der Illusion zu erliegen, man könne ganze Volkswirtschaften zentral von oben steuern, als wären sie große, hierarchisch organisierte Unternehmen. Dieses Missverständnis ist übrigens genau das, was wir am Trumpschen Ansatz zur internationalen Wirtschaftspolitik zu Recht kritisieren", sagte er mit Blick auf US-Präsident Donald Trump. Die Wirtschaftsweisen beraten die Bundesregierung.

DIGITALISIERUNG

Statistiker sorgen sich

Das Statistische Bundesamt befürchtet, im Zuge der Digitalisierung die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland nicht mehr vollständig dokumentieren zu können. Die Frage sei, ob Wirtschaftszweige richtig erfasst würden, sagte Bundesamtspräsident Georg Thiel der Frankfurter Rundschau. Kein Online-Gigant gebe verlässliche Zahlen – weder Ebay, Amazon noch Airbnb. "Da wissen wir nur wenig, was sich dort tut. Da sind große weiße Flecken. Das muss sich ändern." Als Beispiel nannte Thiel die Beherbergungsstatistik, in der nur Unterkünfte mit zehn Betten und mehr erfasst werden. Die meisten von Airbnb vermittelten Unterkünfte sind kleiner.
VOLKSWAGEN

Milliarden für Anwälte

Volkswagen hat für Berater und Anwälte, die der Konzern im Zusammenhang mit dem Dieselskandal beauftragt hat, bisher 1,77 Milliarden Euro ausgegeben. Die juristischen Verfahren sind noch nicht abgeschlossen.