MIT GEWINN LEBEN: Schlappe für Möbelhändler

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Sa, 24. August 2019

Wirtschaft

Wer mit Massivholz wirbt, muss auch welches verkaufen .

Herr F. war auf der Suche nach neuen Schlafzimmermöbeln und fand auf der Website eines Online-Möbelhauses ein Angebot, das ihm gut gefiel. Möbel, die mit Bezeichnungen wie "Erle massiv, geölt" beworben werden, sind teuer – zumindest im Vergleich zu Holzimitaten oder Pressspan. Herr F. war aber bereit, für Qualität zu bezahlen – denn die hat ja bekanntlich ihren Preis. Bei näherer Recherche fiel ihm jedoch auf, dass die als Massivholz angegebene Ware gar nicht massiv aus Holz war. Herr F. fühlte sich getäuscht und wandte sich an die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg (VZBW). Sie führte daraufhin einen Rechtsstreit mit dem in Naumburg ansässigen Online-Händler – und gewann. Das Oberlandesgericht Naumburg stellte zunächst unmissverständlich klar, dass die VZBW Wettbewerbsverstöße auch in anderen Bundesländern verfolgen kann, vor allem wenn es sich um Onlinehändler handelt, die einen überregionalen Bezug haben. In der Sache selbst sah das Gericht den Händler in der Verantwortung, dafür zu sorgen, dass falsche Angaben im Angebot korrigiert werden. Das Möbelhaus hatte behauptet, nicht für die falsche Bezeichnung verantwortlich zu sein, weil es lediglich die Herstellerangaben für die Schlafzimmergarnitur übernommen habe. Der Möbelhändler wurde zur Unterlassung verurteilt und muss künftig gerade bei Möbelstücken, die aus verschiedenen Holzarten bestehen, sorgfältig darauf achten, auf welche Art und Weise er sie bewirbt. Herr F. freut, dass er sich künftig darauf verlassen kann, dass Massivholz auch Massivholz ist.

Matthias Bauer leitet die Abteilung Bauen, Wohnen, Energie bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.
Tel. 0711/669110; E-Mail: info@vz-bawue.de; Internet: http://www.vz-bawue.de